Violent Femmes – Hotel Last Resort

Auch nach über 35 Jahren können die Violent Femmes noch überzeugende Songs abliefern. Natürlich ist es in der heutigen Zeit, neben Bands wie den Idles oder Fontaines D.C., auch schwieriger geworden die eigene Relevanz im Punk-Bereich zu festigen. Aber in Anbetracht hierzu ist „Hotel Last Resort“ eine gute Sammlung mit angenehmer Experimentierfreudigkeit, wie beispielsweise das A-Capela „Sleepin‘ At The Meetin’“ zeigt. Hier reduziert die Gruppe ihren Sound auf Stimme und Handklatschen. The Violent Femmes haben sich im Laufe der Jahre zu einer der beständigeren Bands ihres Genres entwickelt. Ihr Sound verschob sich von Platte zu Platte, aber der scharfe und zynische Folk-Punk, der sie in den frühen 80er Jahren in die Welt trugen, blieb immer zentraler Angelpunkt. 

 

Das zehnte Studioalbum „Hotel Last Resort“ setzt mit Aspekten ihres charakteristischen Sounds fort, erweitert ihn aber auch auf subtile Weise. Die geradlinigen, aber stacheligen Melodien der Band, reduzierte akustische Punk-Arrangements und Gordon Gano’s durchdringender, oft gequälter Gesang machen immer noch Songs wie „Not Ok“ und „This Free Ride“ aus. Tracks wie diese könnten mehr oder weniger überall in die umfangreiche Diskographie der Gruppe passen. “I don’t change the chords anymore/ the chords change by themselves” singt Gano im eröffnenden Stück und trotzdem ändert er die Akkorde in der bizarren Version von „God Bless America“. Es beendet dieses Album mit einer einer ungeraden Note und ist zugleich das längste Stück mit mehr als 4 ½ Minuten. 

Leider läuft es die meiste Zeit richtungslos umher. Ob er es ernst meint oder ob es sich um einen Schwachsinn handelt, ist unmöglich zu sagen. Es bleibt jedenfalls eine seltsame Jam-Instrumental-Sektion und hinterlässt auf diesem meist beeindruckenden Album eine seltsame, unerklärliche und etwas unangenehme Note.