Various – LateNightTales – TheDecadeBox

Die nächste Ausgabe in der stets faszinierenden Late Night Tales Serie begrüsste die psychedelischen Indie-Rocker MGMT und diese übergaben in einem feierlichen Akt Ihre ganz spezielle Auswahl seltener Post-Punk Stücke, Kultklassiker und Shoegaze Pop. Klingt spannend? Ist es auch! Doch ziehen wir uns nun kurz in das Jahr 1966 zurück: Wir liegen in hohem Gras mit Blick auf die Bucht und dem Wissen, dass dieses Leben wohl niemals schöner werden wird als an diesem einen Tage. Wir gehen zum St. Mark’s Place in New York in Richtung Dom, wo The Velvet Underground an diesem Abend auf der Bühne stehen. Es ist Post-Punk: Pop-Möglichkeiten, psychedelische Erlebnisse, unsichere Zukunft. Connecticut im Jahr 2004: Eine kollegiale Idylle und Treffpunkt von Andrew Van Wyngarden und Benjamin Goldwasser, die sich wenig später unter dem Namen MGMT neu formieren sollten. ‚ Late Night Tales ‚ ist Ihre aktuellste Veröffentlichung setzt die Tradition verschiedenster Künstler aus der oft eklektischen Musiklandschaft fort. Die Compilation erreicht ihr zehntes Jahr mit zwanzig Songs vom Duo aus Brooklyn. Eine Band, die weltweite Hits mit Indie / Tanz-Crossover-Tracks wie ‚ Kids ‚ und ‚ Time To Pretend ‚ im Jahr 2008 feierte. ‚ Last Night Tales ‚ sah unter anderem schon so namhafte Künstler wie Snow Patrol, Trentemøller, Fatboy Slim oder Belle & Sebastian. MGMT setzen bei Ihrer Auswahl auf eine Vielzahl von Genres, obwohl jeder Song fest mit den psychedelischen Wurzeln der Band verbunden ist. Die traumwandlerische Pop-artige Zusammenstellung des Openers ‚ Can’t See Through It ‚ von Disco Inferno gibt sofort den Ton an und hätte ebenso gut etwas selbst produziertes von den New Yorkern sein können. Die Stimmung überflutet den Hörer mit frühen Reflexionen und Introspektionen der damaligen Zeit, es tropft der Verlust und die Sehnsucht. Downbeat dominiert die Auswahl, doch blicken wir auf eine beruhigende Ernte der eher obskuren Art des Indie-und Post-Punk, mit vielen verlorenen geglaubten Schätzen die erst einmal freigelegt, nochmals in vollen Zügen für einen wohlschmeckenden Genuss sorgen. MGMT glänzen zudem mit einer exklusiven Cover-Version des Bauhaus Songs ‚ All We Ever Wanted Was Everything ‚. Es täuscht zu Beginn die lockere Atmosphäre. Denn in der schleichenden Nacharbeit voller eindringlicher Synth-Schichten, dem hallendem Schlagzeug und dem markanten Gesängen verzaubern diese Minuten auf ganz besondere Art und Weise. Während in der Tat jeder Song einen Gewinn darstellt, verdient ‚ Pink Frost ‚ von The Chills definitiv eine besondere Erwähnung. Phantastisch. Das Mischverhältnis ist perfekt, die Rhythmen klingen zeitlos und die Vibrationen sind sowohl magisch wie auch desolat. Absolut phantastisch.

8.6