Vampire Weekend – Vampire Weekend

Mit dem Internet können wir Bands berühmt machen, aus dem Sumpf tausend anderer herausziehen oder Sie wieder dahin verschwinden lassen. Bei ‚ Vampire Weekend ‚ trat ersteres ein, denn der Hype um die vier New Yorker begann 2006, kurz nach der Bandgründung. Zwei Jahre davor tummelten sich also eine handvoll Songs im Netz, die zwar noch nicht ganz charmant und liebenswert waren aber die Zeit bereinigt ja bekanntlich alles. So auch den Sound von Vampire Weekend, irgendwo zwischen Indie und Afro Pop werfen die vier Jungs einfach mal alles zusammen. Heraus kommt eine wilde und einzigartige Mischung, die fühlbar mühelos entstanden sein muss. Wenn sich Vampire Weekend über irgendetwas mehr als glücklich schätzen dürfen bei der vielen afrikanischen Musik die sie gehört haben, dann ist es der Unterschied zwischen Rock und Pop. Denn der erste Ton auf dem ersten Song ‚ Mansard Roof ‚ stammt aus Rostam Batmanglij´s Keyboard und ist genau dieser sonnige Sound, den man in altem West-afrikanischen Pop zu hören bekommt. Gleiches gilt Ezra Koenig´s Gitarre, die nie zu viel Platz auf der Platte einnimmt und mit Ihrem klaren Klang, sowie den natürlichen Tönen auch auf Platten aus Südafrika zu finden wäre. Chris Baio´s Impulse auf dem Bass gleichen einem leichtfüßigen Dahin schweben während Chris Thomson sein Schlagzeug bearbeitet als wäre er in einer echten Rockband und aus den Melodien klopfende Rhythmen kreiert. Trotz alledem bleiben die vier New Yorker College Studenten die sich auf der Columbia University kennen gelernt haben. Diese ganzen angesammelten Einflüsse der letzten Jahre versuchen Sie nun als auf Ihrem Debütalbum ‚ Vampire Weekend ‚ unter einen Hut zu bringen. Das selbst die Strokes eine Vorbildfunktion einnehmen durften, wird auf ‚ A-Punk ‚ deutlich. Die Songs sind sehr spezifisch und in sorgfältiger Handarbeit entstanden, es gibt viele Arten diese Platte zu beschreiben: Lebendig, knapp, konzentriert und abenteuerlich wären nur ein paar davon. Die afrikanischen Trommeln von Chris Thomson kommen zum ersten Mal auf ‚ Cape Cod Kwassa Kwassa ‚ zu einem tragenden Einsatz. Das selbst klassische Einflüsse die Band geprägt haben beweisen Sie uns mit dem Song ‚ M79 ‚. Das erst wie aus einem Stück von Mozart beginnt, schwankt dann um in die gegenwärtig englische Indie Popkultur. Die butterweichen Bassläufe verhalten sich auf ‚ Campus ‚ vorbildlich und Koenig ließt damit seinen College Kollegen mit Zeilen wie: „I see you walking across the campus…how am I supposed to pretend I never want to see you again?“ förmlich aus deren Gedanken. Man kommt einfach nicht drum das Lächeln von den Mundwinkeln weg zu bekommen. Für diese kalte Jahreszeit bescheren uns ‚ Vampire Weekend ‚ mit Ihren warmen Sommerklängen Fernweh und Reisefieber inklusive. Natürlich muss fairerweiße gesagt wären, dass ohne das Internet ‚ Vampire Weekend ‚ jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so weit und groß wären. Aber Sie haben es verdient, diese warmen und luftigen Melodien will man nicht mehr hergeben, schwungvoll und clever präsentieren sich die vier New Yorker auf Ihrem Debüt und setzen sich damit über die meisten Indie Platten der letzten Jahre hinweg.