Two Door Cinema Club – Tourist History

Sie setzen das fröhliche Herumspringen auch bei Ihrem Albumdebüt ‚ Tourist History ‚ fort, lassen dabei Bands wie Phoenix oder The Wombats grüßen und werden wohl mit der Platte in den nächsten Wochen auf den Radiostationen unseres Vertrauens zu finden sein. Sie galten bereits vor sechs Monaten als die Newcomer 2010, eine Band aus dem Norden Irlands, die nun mit einem kräftigen Schlag auf das System für Aufsehen sorgen will. Dementsprechend beginnen Two Door Cinema Club auch: Flotte, verspielte Rhythmen, Alex Trimbles klare Stimme und eine Gitarre, die durch Ihre stimmigen Melodiebögen nicht selten als eine Art zweite Stimme fungiert. ‚ Cigarettes In The Theatre ‚ zeichnet sich dabei besonders durch die einfachen Strukturen und klaren Refrains aus, die eindeutiges Hitpotenzial in den Himmel rufen. Überraschend bleiben dagegen die letzten Schlusstöne auf dem Opener und der sanftmütige Beginn im nächsten Stück ‚ Come Back Home ‚. Doch schnell herrschen auch hier eine weitschweifende Gitarre und ein stampfender Bass in hervorrufender Atmosphäre. Einzig der Refrain wirkt hier ein wenig zu gezwungen und beliebig.

 “Let’s make this happen girl/ You’re gonna show the world that something good can work/ And it can work for you/And you know it will”, heißt in ‚  Something Good Can Work ‚ und bis zum Ende des Liedes sind wir bereit, dem ohne Widerrede zu glauben. ‚ Do You Want It All? ‚ beginnt nett, verträumte Melodien und sinnliche Linien umschmeicheln den Hörer und dennoch offenbart das Stück besonders textlich und gegen Ende der drei Minuten deutliche Schwächen. Im Gesamten gesehen zeigen uns Two Door Cinema Club erst in der zweiten Hälfte, warum Sie als eine der Newcomer 2010 gehandelt wurden: ‚ I Can Talk ‚ ist das beste Beispiel dafür, pulsierende Synthesizer und treibende Beats treten auf einer anderen Ebene. Geben uns ein Gefühl der Sparsamkeit zu unglaublich tanzbaren Melodien. Ebenfalls süchtig machen die Gitarren-Riffs von ‚ What You Know ‚ und dem infektiösen ‚ You’re Not Stubborn ‚ als perfekten Schlusspunkt. Alle Songs glänzen dabei mit dem gleichen Fingerspitzengefühl.

Es ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, aber vielleicht ist der aufregendste Faktor in Bezug auf ‚ Tourist History ‚ der Spielraum für Verbesserungen. Zwar gibt es gelegentlich kluge Lyrics und nichts scheint irgendwie merkwürdig, doch sind die Themen im Allgemeinen nicht genügend aufgebaut und lassen inhaltliche Tiefe vermissen. Ebenfalls schön wäre es gewesen, wenn die naheliegende Falsettstimme von Alex Trimble ein wenig mehr in den Mittelpunkt gerückt wäre. Insgesamt befolgen Two Door Cinema Club auch zu streng die lebhafte und optimistische Formel stimmiger Songs und bieten dem Hörer zu wenig Platz für Experimente oder Momente, wie die Rock-Explosion auf dem Höhepunkt zu ‚ Eat That Up, It’s Good For You ‚. Doch schlussendlich lag auf der Band ein hoher Druck, der unter diesen Aspekten fast schon unheimlich gut versteckt wurde. Und so kann man die negativen Kritikpunkte auch beruhigend in den Hintergrund schieben und sich einfach nur an den unmittelbaren, sympathischen und eingängigen Songs auf ‚ Tourist History ‚ erfreuen und dabei entspannt in den kommenden Frühling blicken.