Tweak Bird – Tweak Bird

Sie erinnern an MGMT, an Johnossi, oder auch an die Black Keys. Doch nur beim Blick auf das fröhliche Cover der beiden Herrschaften von Tweak Bird. In Wahrheit sind Sie jedoch nur Brüder, heißen Caleb und Asthon Bird und haben mit den oben genannten in musikalischer Hinsicht nicht wirklich was tun. Denn Tweak Bird konzentriert sich auf eine explosive Mischung aus Heavy Metal, Jazz und Stoner-Rock. Eine Verwunderung darüber lässt die Tatsache, das die meisten Ihrer Songs nicht einmal annähernd die 3-Minuten-Grenze erreichen, fast schon belanglos wirken. Und dementsprechend kompromisslos stürmt das Duo in die anfänglichen Sekunden, lässt die Gitarren sprechen und zeigen mit dem Finger auf Ihren Beweis: Es gibt sie tatsächlich, die magischen Ströme im Kosmos. Verpackt sind diese zwar recht vulgär und primitiv, doch bei Songs wie im zweiten Stück ‚ Lights In Lines ‚ interessiert das keine Sau. Lockernde „Uh-Uh’s“ balzen sich zwischen fleischenden Gitarren und schweren Trommeln in Melvins Harmonien.

‚ Round Trippin ‚ beginnt mit einem zappeligen Schlagzeug, bevor auch hier wieder die verzerrten Riffs einen dicken und filzigen Soundteppich über die Landschaften ausbreiten. Kurz darauf stellt sich ‚ Round Trippin ‚ aber als sehr experimentelle Nummer heraus, die nach nicht einmal zwei Minuten das Zeitliche segnet. Mit ‚ A Sun/ Ahh Ahh ‚ erleben wir eines der beiden langen Stücke, welches zumindest im Ansatz an Wolfmother erinnert und ab der Mitte in die schwüle Hitze sandiger Wüsten einsteigt. Die Hoffnung scheint verloren, Tweak Bird verlieren den Verstand, verziehen Ihren Mund zu einem seltsamen Lächeln, während das linke Auge in unkontrollierter Reihenfolge blinzelt. Was ist geschehen? Tweak Bird scheinen die Pfade Ihrer kurzweiligen Reisen verloren zu haben, oder etwa doch nicht? Die Antwort darauf liefert ‚ Beyond ‚ mit androgynen Gesang und das psychedelische ‚ Flying High ‚, welches auch gerne ein wenig länger hätte dauern dürfen.

Den Verstand haben Tweak Bird am Ende nicht verloren. Aber sie fanden in Ihren hitzigen und überdrehten Stoner-Rock Wüsten auch nicht die Erleuchtung. ‚ Tunneling Through ‚ überzeugt dabei noch am Besten, beinhaltet einen zündenden Refrain und untermalt diesen mit einem nostalgieverliebten Sound. Ja so müssen Gitarren herangenommen werden. Aber diese brutale und zielstrebige Handlungsweise hören wir auf dem Debüt zu selten. Und so bleibt uns am Ende ein Blick über den Tellerrand verwehrt, wenngleich der Ansatz von ‚ Tweak Bird ‚ durchaus seine positiven Momente hatte und damit zumindest die Hoffnung auf einen starken Nachfolger am Leben erhalten.