TV On The Radio – Dear Science

Mit Ihren Texten, den stimmungsvollen Songs umgeben sich TV On the Radio seit mittlerweilen Acht Jahren. Nur selten erlebt man eine Band die in Ihrer Musik die Aufmerksamkeit des Hörers so entscheidend mit beeinflussen kann wie diese. Spätestens seit ‚ Return to Cookie Mountain ‚ ist das ein offenes Geheimnis, das sehr aufwendig produzierte Album mit einer Menge an neuen Ideen konnte für große Begeisterung weltweit sorgen. Der Schwerpunkt auf dem neuem Werk ‚ Dear Science ‚ ist diesmal direkter und schlanker gewählt worden. Die Songs wurden herauspoliert und die Struktur in den teilweise flinken Songs rückt mehr in den Vordergrund. Die schwer zu verstehende Musik der fünf New Yorker war schon immer leichter zu bewundern als zu mögen. Allerdings ist die vierte Platte scheinbar die Antwort auf das Rätsel, wie man experimentelle Musik populär machen kann. Viel liegt dabei in der Direktheit und der Klarheit, was einige Gewöhnungsarbeit abverlangen wird. ‚ Halfway Home ‚ beginnt gewohnt ruhig, verträumt und entwickelt sich zur zweiten Hälfte in eine immer schneller werdende Ballade die Ihrem Ende förmlich entgegen sprinten will. Mit catchig gestimmten Gitarren folgt ‚ Crying ‚ das mit Tunde Adebimpe´s eindringlicher Stimme die Missstände dieser Welt anprangert und sich mit hoffnungsvollen Schlussklängen verabschiedet. Mit ‚ Dancing Shoes ‚ beweisen ‚ TV On The Radio ‚ mit Synthesizer Power Akkorden und Funk- Doppelgesangseinlagen wieder mal Ihre Qualitäten als Rockband. Ihre Anfälligkeiten für große Erklärungen an die Menschheit interessieren hier diesmal wenig, vielmehr überzeugt der musikalische Part wie auch auf ‚ Famliy Tree ‚. Das verletzlich, klavierbetonte Stück über verbotene Liebe, das von Streichern begleitet wird, überrascht den Hörer mit einer warmen Zugänglichkeit die man in dieser Form nicht erwartet hätte. Dagegen wirkt das folgende ‚ Red Dress ‚ mit seinen Lyrics kindlich schmollend. „But the self-hatred makes it engaging: I´m living a life not worth dying for.“ Gegen Ende der Platte sieht auch Bob Dylan auf einen Sprung vorbei, in ‚ Shout Me Out ‚ erinnert der Chorus an ‚ A Hard Rain´s A Gonna Fall ‚ und schafft den Sprung von Ihren bisherigen Werken zu dem jetzigen. Wiederholende Gitarren und ein walzender Synthesizer Loop geleiten Adebimpe´s Gesang behutsam in die Strophen. Der Song baut sich mit seinen E-Gitarren in einer frenetischen Freisetzung wie von selbst auf, lässt dem Sound freien Lauf und führt zurück an den Punkt wo alles begann. In einem Twist zwischen Rap und Adebimpe´s Schreien bewegt sich ‚ DLZ ‚ mit schweren langsamen Schritten nach vorne bis schließlich der letzte Song ‚ Lover´s Day ‚ mit Katrina Ford im Duett die Platte ausklingen lässt. Zurück bleibt eine verdammt spannende Platte, die allen Ansprüchen auf ganzer Linie gerecht werden kann. Intelligent, schillernd und ansprechend bewegen die fünf New Yorker sich stets in rechte Licht ohne dabei arrogant oder eingebildet zu wirken. Die Verirrungen die noch auf ‚ Return To Cookie Mountain ‚ gestiftet wurden sind zwar erstmal Geschichte wie auch eine Neuauflage von ‚ Wolf Like Me ‚, aber dennoch versprüht ‚ Dear Sience ‚ eine Unmenge an Charme und Liebeswürdigkeiten die man sich als Hörer auf keinen Fall entgehen lassen sollte.