Trailer Trash Tracys – Ester

Oft wurde hier im Blog darüber berichtet, nun sind die Trailer Trash Tracys aus London endlich mit Ihrem Debüt ‚ Ester ‚ in Deutschland ankommen. Sie sind das jüngste Signing auf Dominos Sublabel Double Six und Blick auf das Album wurde diesem, mit Ausname des Flaming Lips-artigen instrumental Space-Rock-Eröffnungsstück ‚ Rolling – Kiss The Universe ‚, strenge Grenzen auferlegt. ‚ Ester ‚ besitzt Shoegazing und eine bassbetonte, Post-Punk-Haltung, die zaghaft am Rande der Pop-Musik balanciert. Kurz eingeworfen und lasst es uns damit einfach schnell abhacken –  Trailer Trash Tracys ist ein wirklich schrecklicher Bandname.

Deshalb auch mit Sicherheit die Frage, weshalb man sich eine Band mit so einem schrecklichen Namen anhören sollte? Nun ganz einfach. Weil man ein Buch schließlich auch nicht nach seinem Umschlag bewertet. Und so unterwandern die Trailer Trash Tracys alle Erwartungen, die mit ihrem gewählten Namen Hand in Hand spazieren gehen. Es ist keine Witz-Band, noch zwängen sich die Londoner in ein trashiges Garage-Rock-Outfit, noch sehen Sie auf ganzer Linie elend aus. Stattdessen sind sie ein merkwürdiges und faszinierendes Fragezeichen in der Landschaft, nachdenklich und mit gewichtigen Thematik versehen. ‚ You Wish You Were Red ‚ spielt mit The Jesus And Mary Chain und lässt sich durch die Kühle der Dum Dum Girls oder Warpaint bestäuben.

‚ Dies in 55 ‚ dreht sich um eine wiederholende Orgel mit gebrochenen, aufgelösten Akkorden und dazu wurde sehr bewusst ein klobiges Drumcomputer-Muster gewählt. ‚ Candy Girl ‚ glänzt mit seiner feuchten, kurvigen Melodie, mit der man in wunderbar leuchtende Träume versinkt. Im Stück ‚ Engelhardt Arizona ‚ erleben wir auf der anderen Seite einen extrem geschredderten Riff und mit der Romantik an unserer Seite endet im Stück ‚ Turkish Heights ‚ das erste Album der Trailer Trash Tracys. Die Platte ist verspielt, liebevoll und verwaltend, keine Frage. Aber auch in gewisser Weise perves und verhaltensauffällig.