Tokyo Police Club – Elephant Shell

Ja der Tokyo Police Club kommt nicht aus England, kann aber trotzdem hervorragende Musik komponieren, Lederjacken tragen, wild auf die Trommeln einschlagen und mit Leichtigkeit wunderschöne, melodische Indie-Rock-Nummern schreiben. Dazu gesellen sich professorale Wortspiele, wie die aus einem Decemberists-Album, wenngleich so manche Texte von Monks mehr dem eines Grabgesangs gleichen, als die einer energischen Indie-Rock-Hymne: „Meet me where your mother lies/ We’ll dig graves on both her sides,“ trällert er auf dem Stück ‚ Graves ‚. Doch daneben findet sich häufig ein energischer Schaum, der von wütenden Gitarrenriffs förmlich zerschnitten wird. Bestes Beispiel dafür ist Ihr Hit ‚ Your English Is Good ‚ und einzigste Single aus Ihrem Debütalbum ‚ Elephant Shell ‚ mit Release auf einer 7″ Vinyl.

Diese Kombination wirkt sich auch auf die gesamte Platte äußerst positiv aus, lässt ‚ Elephant Shell ‚ hell erstrahlen und betont damit recht eindrucksvoll die positive Seite von Tokyo Police Club. Es sind kurzlebige Hymnen, stachelig und einschneidend hasten Sie unter drei Minuten Spielzeit durch die Strophen, erreichen innerhalb von 40 Sekunden Ihren Höhepunkt und beenden diesen nach zwei weiteren Minuten auch schon wieder. Daneben finden sich leider auch weniger infektiöse Nummern wie ‚ Listen To The Math ‚ oder ‚ New New Song ‚. Doch das Hauptaugenmerk lenken Tokyo Police Club jedes Mal geschickt auf die konzentrierte Energie zurück.

Sie leitet die Platte, führt den Hörer zielstrebig durch die Songs, unterstreicht Stimmung und das Adrenalin. Hervorzuheben ist auch der Verzicht auf unnötigen Schnickschnack und dem gezielten Blick auf den strengen Pop Ethos. Tokyo Police Club machen auf ‚ Elephant Shell ‚ nur sehr wenig falsch und fast alles richtig. Das Album mag mit seinen 28 Minuten recht kurz erscheinen, doch die Mentalität der 13 Stücke hätte man aus dieser Sicht besser nicht zum Ausdruck bringen können.