This Void – Crystals

Keno Potthast, Daniel Möbes, Christian Lindemann, Max Schlake und Lukas Ernst haben in sechs Studiotagen einen Langspieler aufgenommen und nannten dieses kreative Schaffenswerk kurzerhand ‚ Crystals ‚. Sänger Daniel erklärt dazu: „Wir haben uns durch den Zeitdruck der Gefahr entzogen im Nachhinein noch etwas umzuschmeißen was eigentlich cool war“. Da haben die Herrschaften aus Jever einen interessanten   Ansatz für für sich gefunden und Sie wussten zudem ganz offensichtlich auch sehr genau, wie man einen Hörer wirkungsvoll an die eigenen Songs fesselt. Denn das eröffnende Stück ‚ Awakening ‚ ist von solcher herrlichen Dichte und behaglichen Düsternis umgeben, man möchte sich plötzlich selbst dieser von Weite sichtbaren Gefahr entgegen stellen, dem drohenden Schrecken das immense Gewicht nehmen und mit Offenheit und Plastizität die kraftvollen Visionen der noch jungen Band in vollen Zügen inhalieren.

Was für ein perfekter Einstieg. ‚ Awakening ‚ strahlt mit den Gitarren über die drückende Schwere der rollenden Bässe und verfolgt auch ein ähnlich erfolgreiches Prinzip im zweiten Song. Hier öffnen sich jedoch The Void wie eine zarte Blüte und zeigen unberührte Köstlichkeiten, während uns eine durchdringende Wärme in Glückseligkeiten schwelgen lässt. ‚ Them Guns ‚ wechselt dann die Gefilde und verblüfft mit  Funk und Soul Elementen. Augen zu und sich gehen lassen. Ein quirliger Bass, ein anschmiegsamer Beat, charmentes Keyboard und die tiefenentspannte, geschmeidige Stimme rudern konsequent der anfänglichen Düsternis davon und kreieren gemeinsam im Titelstück und im folgenden ‚ Someone Is ‚ so große gut sitzende Refrains – man könnte vor der unverworrenen und makelosen Produktion auf die Knie fallen. Die Tracks auf dem Album bleiben dabei zu jeder Zeit tanzbar, da auch so manche Melodiefetzen aus der elektronischen Trickkiste nicht fehlen.

‚ Crystals ‚ wird zwar dann im letzten Teil ein bisschen die Luftzufuhr abgedrückt, da sich eine gewisse Wiederholung in den Strukturen nicht abstreiten lässt, aber dennoch bleibt es bis zum letzten Takt hohe Kunst, ein luftiges und leichtfüßiges Abenteuer mit Melodien, die zu jeder Zeit direkt in die Ohren wandern.

7.1