The White Stripes – Greatest Hits

Es ist ein Greatest Hits Album der unvergessen WHITE STRIPES, keine Sammlung von B-Sides und Raritäten. Es ist eine vollständige Verschmelzung von allem, was die Menschen überhaupt dazu gebracht hat, sich in dieses laute Drum-and-Bass-Duo zu verlieben.

Wie die anderen Compilations, die nach dem Ende der White Stripes im Jahr 2011 erschienen sind, enthält „Greatest Hits“ die gleichen verspielten Details, den gleichen Witz und die gleiche Bereitschaft, die Erwartungen zu untergraben, die die Band einst so dynamisch gemacht haben. Wie bei allen Dingen, an denen Jack und Meg White beteiligt sind, ist das von Hand kuratierte Gefühl der Sammlung viel persönlicher als die durchschnittliche Best Of oder Streaming Wiedergabeliste. Die eigenwillige Titelliste mischt die Seiten des Songbooks der Stripes und bringt dabei neues Leben in ihre Musik. Zwar gibt es hier viele erwartete Songs („Fell in Love with a Girl“, „Dead Leaves and the Dirty Ground“, „The Hardest Button to Button“), die immer noch großartig klingen, aber das Set stellt auch Songs in den Vordergrund, die genauso stark sind, wenn auch nicht ganz so bekannt.

„Astro“ und „Screwdriver“, beide aus „The White Stripes“ von 1999, bestätigen erneut, wie mutig und klar die Musik der Band von Anfang an war, während die frechen Hooks von „Hello Operator“ aus dem Album „De Stijl“ den massiven Erfolg vorwegnehmen, den sie mit „White Blood Cells“ erzielen konnten. Und auch wenn es nicht die ganz lange Karriere war – Sechs Studioalben, die zwischen 1999 und 2007 veröffentlicht wurden – füllt das Duo diese acht Jahre voller eklektischer, oft elektrisierender Musik, vom schäbigen Garage Rock über traditionalistischen Blues zu Oddball-Experimente bis hin zu stadionschüttelnden Krachern. All dies hat auch dazu beigetragen, den Sound von Indie Rock im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts zu definieren. 

„Greatest Hits“ stammt aus dieser Zeit und demonstriert die Breite – und auch die Tiefe – des Bandkatalogs. Jack’s und Meg’s Gespür für Cover ist hier ebenfalls gut vertreten durch „I Just Don’t Know What to Do with Myself“, „Conquest“, „Death Letter“ und „Jolene“ wobei letzteres fast so ikonisch wurde wie Dolly Parton’s Original. Die Entscheidung, am Ende ihr unausweichlichstes Lied „Seven Nation Army“ zu veröffentlichen, ist ein ungewöhnlicher und auch passender Schritt, der dieser Zusammenstellung ein zusätzliches Gefühl der Endgültigkeit verleiht. Es ist kaum zu übersehen, dass viel Liebe in die Herstellung von „Greatest Hits“ gesteckt wurde, und seine Macken sollten Fans und Neulinge gleichermaßen (erneut) in Ihren Bann ziehen.

10/10