The Strypes – Little Victories

Vor einiger Zeit, genauer geschrieben zu Zeiten des Debüts, erzählte der damalige 16jährige Schlagzeuger Evan Walsh über die allgemeine Frage des Rock’n’Roll Lifestyle in einem Interview mit dem Guardian: „We don’t have backstage parties. I can’t speak for the others but I just go to bed.“ Damals war Noel Gallagher ebenso von Ihren makellosen Blues-Ansätzen und atemlosen Liveshows angetan, wie ein Roger Daltrey oder Elton John. Bei letzterem wurden The Strypes auch unter Vertrag genommen. Für das zweite Werk »Little Victories« ging es nun aber weiter zu EMI (Universal Music) und damit gab es auch ein paar Veränderungen im Sound der Band.

Einige Songs wie »Eighty-Four« orientieren sich an den Arctic Monkeys, andere könnten von den Fratellis zu deren Debützeiten sein. Die Gitarre von McClorey ist laut und schnell, Pete O’Hanlon’s Basslininen kraftvoll und die Trommeln von Walsh knattern unermüdlich auf Augenhöhe durch die dichten Strukturen. Die musikalische Entwicklung über die letzten Jahre ist beachtlich, textlich dagegen bleibt es größtenteils bei Liebe und Sex. Die erste Single »Get Into It« beschreibt die Gefahren des Online-Dating. „Her profile’s just the best”. Untermauert wird der Song durch solide Rhythmen und eingängige Refrains. »I Need To Be Your Only« ist stampfender Glam-Rock, »A Good Night’s Sleep And A Cab Fare Home« tänzelt lässig durch schwüle Atmosphären, während in »(I Wanna Be Your) Everyday« die erste obligatorische Ballade auf uns wartet.

Sowas steht den Strypes aber nicht. Sowas können die Arctic Monkeys noch immer am Besten. The Strypes haben andere Qualiäten die immer dann zum Vorschein treten, wenn das Tempo rasant angezogen wird. Davon gibt es glücklicherweise auch auf dem zweiten Album genug und festigt die Identität der jungen Herrschaften. Trotzdem braucht es noch ein drittes Album, um die überorts präsenten musikalischen Einflüsse weiter abbauen zu können.

6.0