The Maccabees – Marks To Prove It

Das vierte Album von The Maccabees aus dem Süden Londons ist mit einer seltsam beruhigenden Intensität bestückt. Darüber schwirrt eine selbstzerstörerische Energie, die als  klaustrophobisches, betonartiges Gewicht auf den Klang drückt und in der Gesamtheit zu dem unverkennbaren Sound führt, der diese Herrschaften einst so berühmt werden ließ. Das eröffnende Titelstück ist ein brachialer Wirbel mit genialen Tempoverschiebungen. „Over the summer, a lot changed / and they all changed to keep up with it / Too complicated / Too complex to talk to anybody“, intoniert Frontmann Orlando Weeks und schließt damit den Kreis zu den ersten beiden Platten.

»Kamakura« wird von einem schaudernden Bass bestimmt, eine kitzelnde Gitarre erinnert atmosphärisch an die Gefahren und Erschöpfungen im Nachtbus in Richtung eigener Heimat. Genau wie die Straßen die sie inspirieren, ist »Marks To Prove It« ein Album, in dem Gefahr und Gewalt immer am Rande der Dinge lauern und gelegentlich in den Vordergrund drängen. Zwei solcher Songs sind »Ribbon Road« und »River Song«, die in herrlich leuchtende Spannungsfelder eingebettet wurden. „You’re not getting any younger / Soldier on for another year/ Truth is we’ve all done the same“. Daneben findet sich mit »Dawn Chorus« ein Moment von erstaunlicher Schönheit (brutzelnde Blechbläser und ätherische Gesänge harmonieren hervorragend) und ist nur eines von vielen solcher Beispiele.

»Marks To Prove It« ist ein ungemein menschliches Album geworden. Die Hymnen verwirren das trinksüchtige Hirn wie einen schweren Kater, Texturen und Instrumentierungen finden neue vertrauensvolle Aufbauten. Ja alles zusammen bietet die perfekte Voraussetzung für ein potentielles Karriere-Album.

8.0