The Love-Birds – In the Lover’s Corner

Alles was man gerne hört, findet sich auf dem Album der Love-Birds wieder: die drückenden Gitarren-Leads von Dinosaur Jr, die Lockerheit von Pavement, der viszerale Einfluss von The Replacements, der koffeinierte Rausch der frühen R.E.M oder The Only Ones. Nicht zu vergessen Teenage Fanclub, die sowieso in sämtlichen Pressemitteilungen und Werbematerial im Vorfeld ungefähr drei Million Mal erwähnt wurden. Sei’s drum, denn auch wenn The Love-Birds an TFC erinnern, so lassen sich die Herrschaften aus San Francisco nicht vollständig davon ableiten.

Es ist vielmehr eine verschwommene, dichte Synthese aus dem Spektrum Power-Pop, Jangle-Pop und College-Rock, die sich aus einer Vielzahl von Quellen zusammensetzt und die Klänge abgewetzt, fleckig und abgenutzt an uns zurückschickt. „In The Lover’s Corner“ ist das Debüt und verdient es, mehr als nur in Streaming-Schnipseln gehört zu werden. Das Album kommt im ersten Track „Again“ mit einem sanften akustischen Schlagzeug daher, das durch den Gitarristen Eli Wald stimmungsvoll ergänzt wird.

Von dort werden wir mit dynamischem, lebensbejahendem Power-Pop konfrontiert und fliegen anschließend in einen warmen und sorgfältig gearbeiteten zerbrechlichen Pop in „Clear The Air“ und „Failure and Disgrace“. Ebenso gelungen sind die dringlichen und kristallinen Rocker „Hit My Head“ und „Weak Riff“. Das Quartett verfügt ebenso über genügend intelligente lyrische Inhalte um dem Album eine weitere Textur zu geben. Ob man sowas schon mal gehört? Bestimmt. Aber es ist sehr gut und die Songs sind perfekt arrangiert, dass auch gerne mal der Wiederholungs-Knopf gedrückt wird.

7.2