The Killers – Imploding The Mirage

THE KILLERS blenden uns mit einem Blitz auf dem hochfliegenden und triumphalen neuen Album IMPLODING THE MIRAGE.

Die Killers balancieren auf Ihrem im Kern angelehnten Synthesizer-Springsteen-Sound mit stadiongroßem Pop-Bombast und stoßen dabei auf Gold. Sie verzichten auf die ungeschickten Fehltritte, die auf dem aufgeblähten „Battle Born“ und dem müden „Wonderful Wonderful“ zu hören sind und präsentieren uns ihr aufregendes Album seit der Blütezeit in den 2000er Jahren. Eine der größten Bands der Welt zu sein, kann nicht einfach sein, besonders wenn deine friedvollen Tage in einem fortwährenden Zyklus von Indie-Discos und Fernsehwerbung gefangen sind. Für The Killers ist der Werdegang von den Indie-Lieblingen der Hot Fuss-Ära 2004 bis zum heutigen Tag, fast zwanzig Jahre später, bemerkenswert.

Bei „Imploding The Mirage“ treten die Killers mit Absicht das Gaspedal durch und genießen es sichtlich. Es ist die Absicht zu leben, zu erforschen und diese Springsteen-Chöre in Glanz und Glamour mit einem grobkörnigen Unterton einzuschäumen. Eine perfekte Formel, die vielleicht eine Weile brauchte, um zu dem Punkt von damals zurückzukehren, aber jetzt haben wir wieder eine Band, die uns unter der Sonne Nevadas den Hals küsst. Die typischen Markenzeichen der Killers sind alle hier – große Hymnen und noch größere Emotionen – aufgefangen durch Flowers’ eindrucksvolles Talent Geschichten in staubgepeitschten Landschaften zu erzählen, über gewöhnliche Leute, die nur versuchen den Alltag zu bewältigen. 

Mit dem abwesenden Gründungsgitarristen Dave Keuning und dem Bassisten Mark Stoermer rekrutierten Flowers und Schlagzeuger Ronnie Vannucci Jr. eine beeindruckende Besetzung von Gästen, die das Album verbessern, ohne vom wesentlichen Killers-Geist abzulenken. Neben den ausführenden Produzenten Shawn Everett und dem Multiinstrumentalisten Jonathan Rado (Foxygen) bringt Stuart Price von Day & Age den Funk auf das Talking Heads-artige „Fire in Bone“, während an anderer Stelle k.d. Lang mit Flowers auf den verliebten „Lightning Fields“, das wie Peter Gabriel klingt, im Duett zu hören ist. Natalie Mering von Weyes Blood sorgt für delikate Hintergrundgesänge auf dem gesamten Album und auch die Brooklyn-Band Lucius, Adam Granduciel von War on Drugs und der Songwriter Blake Mills fügen ihre subtilen Akzente hinzu, um die jeweiligen Tracks weiter zu verfeinern. 

Mit „Imploding The Mirage“ liefern die Killers eines der größten – sowohl klanglichen als auch emotionalen – Alben ihrer Karriere. Es ist eine treibende Leistung, die ihr Songwriting auf aufregende, teuflische Art und Weise an ihre Grenzen treibt. „Imploding The Mirage“ ist ironiefrei und voller Gefühle, bis es platzt. „Imploding The Mirage“ funktioniert auch, weil es sich nicht anstrengt, aber dennoch alle Komponenten zusammenzieht, die wir kennen und lieben gelernt haben. Es erinnert uns daran, dass das Leben gelebt und Geschichten erzählt werden müssen.