The Fresh & Onlys – Long Slow Dance

Ich mag Alben in denen man bereits mit den ersten Klängen im fruchtbaren Feld der Sorglosigkeit ausgesetzt wird. Natürlich muss das nicht immer so sein, aber im Fall von ‚ Long Slow Dance ‚ würde sich keine bessere Alternative anbieten. The Fresh & Onlys entstanden aus der damaligen Zusammenarbeit zwischen Tim Cohen (Black Fiction) und Bassist Shayde Sartin. Im Jahr 2008 wurde daraus mit Kyle Gibson und Wymond Miles ein Quartett, sie lebten in San Francisco und ließen das erste richtige Album von John Dwyer (Sänger und Gitarrist der Thee Oh Sees) auf seinem Label Castle Face veröffentlichen. In den folgenden zwei Jahren erschienen noch zwei weitere Alben und jetzt stehen wir also bei ‚ Long Slow Dance ‚ – deren Titel durchaus wörtlich genommen werden darf. ‚ Euphoria ‚ stürmt lauthals mit dominanten Gitarren durch gleichförmige und homogene Rhythmen, verzaubern und verdrehen den eigenen Kopf mit beneidenswerten Fähigkeiten.

The Fresh & Onlys führen eben ein grundlegenden Verständnis mit sich herum, wenngleich Ihre neuen Songs wesentlich harmonischer zusammenarbeiten, als zum Beispiel noch auf der zweiten Platte. Dort führten Lead-, Rhythmus- und Bass-Gitarre einen ständigen Kampf um den Mittelpunkt und doch entstand daraus nie eine übertriebene Ablenkung. Eine wesentliche Ausnahme ist dagegen im Jahr 2012 die Nummer ‚ Foolish Person ‚, deren etwas schwacher Beginn durch eine plötzlich Explosion an den Rand des Wahnsinns gepeitscht wird. Ein dunkler Sturm hinterlässt karge Landschaften und ein beispielhaftes Bild der menschlichen Verwüstungsgewalt. Mit einem Lächeln im Gesicht begegnet einem dann der gleichnamige Titeltrack und fast scheint es, als bemühen sich The Fresh & Onlys in diesen Minuten um Wiedergutmachung. Und dieses Vorhaben wird gelingen.

Aufgenommen wurde alles im Lucky Cat Studio von Phil Manley und Shayde Sartin erzählt darüber: “We spent more time recording this than we had on records in the past. Phil Manley certainly had a good influence on us in the studio; he’s very meticulous with the kind of sound he’s trying to get for each song, and the record definitely has its own vibe.” Darüber müssen auch keine Diskussionen geführt werden, das neue Werk begeistert einmal mehr mit stimmungsvollen Gitarren-Melodien inmitten kluger und geschmackssicherer Songs.