The Districts – You Know I’m Not Going Anywhere

Das neue Album „You Know I’m Not Going Anywhere“ ist eine Aufzeichnung von Widersprüchen. Hochmütig und doch einnehmend. Experimentell und doch vertraut. Expansiv und doch konfessionell. The Districts fielen ihrem eigenen Erfolg zum Opfer, als die Band nach der Veröffentlichung von „A Flourish And A Spoil“ im Jahr 2015 und „Popular Manipulations“ zwei Jahre später vom Mainstream förmlich verschluckt wurden. Ein anstrengender Tourplan und immer größere Angstzustände ließen Rob und seine Bandkollegen für eine Weile verschwinden, mit nur ein paar Single-Veröffentlichungen, um die Fans in der Zwischenzeit zu unterhalten.

„You Know I’m Not Going Anywhere“ ist eine erhebende Rückkehr für die Indie Rock Band aus Philadelphia. Das Album fühlt sich weniger klaustrophobisch und fesselnd als frühere Veröffentlichungen an, wobei The Districts scheinbar die Verantwortung für ihre stärker unterdrückten Einflüsse übernehmen und mit ihnen gehen. Opener „My Only Ghost“ gibt den Ton mit einer faszinierenden Melodie an, die eine eindringliche Einführung in die neuen Klangreichweiten des Albums schafft. „Hey Jo“ ist das unbestrittene Highlight der Platte und kanalisiert Arcade Fire und Sundara Karma-artige Musikalität mit schwellenden Akkorden und einem hymnischen Refrain, der von Rob’s Falsett angetrieben wird.

Das Album treibt große Pop-Momente und klassische Rock-Hymnen voran und schafft es, seine düsteren Kanten beizubehalten. Dort findet es seinen Reiz, indem es den perfektionierenden Glanz wegscheuert und die verwüstete Haut darunter freilegt. Obwohl Tracks wie „Velour and Velcro“ auf die größere Bühnen gehören, sorgen sie dennoch dafür, dass die Band ihre Intimität beibehält. Es gibt außerdem Momente, die von ihren Zuhörern mehr Vertrauen verlangen als jemals zuvor. Die rutschigen Basslinien von „Cheap Regrets“ und der faulenzende Jazz von „Dancer“ zerkleinern den erwarteten Fluss der Platte. 

So abenteuerlich die Dinge auch sein mögen, die Platte wird durch ihre verwurzelten Anfänge untermauert, sei es in den Rhythmusabschnitten des bluesigen Trubels oder im enthusiastischen Thrash einer Akustikgitarre. Wenn es darauf ankam, zu kämpfen oder zu fliehen, taten Grote und seine Band beides; sich als Fluchtweg in ihr Schreiben zurückzuziehen, aber mit einem kühnen Zeugnis der Widerstandsfähigkeit zurück zu kommen. „You Know I’m Not Going Anywhere“ ist der Höhepunkt einer Band, die durch Meilensteine und Rückschläge gleichermaßen gewachsen ist.