The Dears – Lovers Rock

Eines der tiefsten Geheimnisse im Indie-Rock von The Dears ist die Beziehung zwischen Murray Lightburn und Natalia Yanchak. Lightburn ist der Gründer, Songwriter, Gitarrist und Sänger der Gruppe, während Yanchak ihre Keyboarderin ist. Sie arbeiten seit 1998 zusammen und sind seit 2005 verheiratet. Die Langlebigkeit lässt darauf schließen, dass sie eine einigermaßen glückliche und funktionale Beziehung haben. Doch selbst die flüchtigste Untersuchung der Musik von The Dears macht deutlich, dass Lightburn die Romantik äußerst düster und die Welt um ihn herum betrachtet. Existiert diese musikalische Finsternis nur in Lightburn’s Kopf oder sind seine Lieder ein Mittel der Paartherapie, das ihn und Yanchak zusammenhält? Die Wahrheit liegt in jedermanns Vermutung, aber „Lovers Rock“ ist selbst nach ihren eigenen pessimistischen Maßstäben ein langweiliges Album geworden.

Obwohl in The Dears zwei kreative Kräfte stecken, gibt es hier kaum einen überspringenden Funken. Beide singen vollkommen leblos, bestenfalls tot – und die Instrumentierung ist ebenso spannend. Opener „Heart of a Animal“ gibt uns eine Sekunde Hoffnung, wenn die knusprigen Gitarren und Drums in einen elektrisierenden Schwung eintauchen, um dann zu Lightburn’s halbherzigen Gesang und dem schrecklichen Falsett im Chor zurückzukehren. Die hintere Hälfte des Songs fungiert als Trauermarsch in Richtung eines letzten Refrains und ist in fünf Minuten vorbei. Das folgende „I Know What You’re Thinking And It’s Awful“ hat einen noch schwierigeren Refrain – und dies ist irgendwie erst der zweite Song auf dem Album. Sehr selten findet dieses Album einen Moment der Aufregung. Und wenn es einen gefunden hat, müssen wir diesen genießen, weil wir für eine ganze Weile keine weiteren bekommen werden. 

„The Worst in Us“ bringt mit seinen geräumigen Gitarren und der abgehackten Drum-Programmierung ein bisschen Feuer mit, aber es verblüfft auch mit einer wirklich überraschenden Verschiebung in der Mitte des Songs, die den faszinierendsten Abschnitt des Albums abschließt. Es ist auch ein Lied, das die Beziehungsdynamik mit größerer Dringlichkeit untersucht. Die zweite Hälfte driftet mit Unsicherheit durch den Raum, als ob sie entschieden hätten, dass Hall ein solider Ersatz für einen Song ist, der tatsächlich konstruiert und bearbeitet wurde. Je mehr sich dieses Album abnutzt, desto mehr fühlt es sich wie eine Welt fern von der Band an, die einst mit diesem charmanten und lebendigen Album von 2003 Aufmerksamkeit erregte. „Lovers Rock“ bietet Momente, die diejenigen befriedigen werden, die bisher bei der Band geblieben sind, aber es fühlt sich letztendlich so an, als würde den Dears nun endgültig das Benzin ausgehen.