The Datsuns – Headstunts

Als damals von den vier Neuseeländern ‚ Outta Sight/Outta Mind ‚ herauskam kristallisierte sich ein unterschwelliger Leistungsabfall heraus, der nach dem großartigen Debüt von ‚ The Datsuns ‚ sich still und heimlich durch eine handvoll Songs hindurch gefressen hatte. Wie ein Virus schlug es zu, erst zurückhaltend und fast schüchtern, dann der große Ausbruch auf ‚ Smoke & Mirrors ‚. Dort gab es kein Halten mehr, die Leinen zerbrachen in tausend Stücke und der Virus vernichtete alles was Ihm zwischen die Finger kam. Man hatte es ja schon auf dem Vorgängeralbum erwartet, aber dem trotzten noch einige anständige Songs sowie hier und da starke Akzente entgegen, die bei der dritten Platte vorab komplett das sinkende Schiff verlassen hatten. So ganz ohne vorhandenen Rückhalt gingen die Datsuns sang und klanglos unter. Die Hoffnung auf Überlebende standen bei Null und trotzdem, man konnte es in seinen geheimsten Träume nicht für Wahr machen was sich nun zwei Jahre später bewahrheitet hat.

Die Neuseeländer sind wieder aufgetaucht, sie brauchten keine Rettung nur sich selbst. Das Plattenlabel beliesen sie auf dem Grund des Bodens und Ben Cole löste gleich darauf Matt Osment am Schlagzeug ab. Die Zeichen standen damit ohnehin auf Neubeginn und die gestrandeten Datsuns nahmen diese einmalige Gelegenheit war, den Rock´N´Roll zurück auf die Insel zu bringen. Die vierte Platte nennt sich kurzerhand ‚ Head Stunts ‚ und rollt einen direkt beim Opener ‚ Human Errors ‚ anstandslos über den Haufen. Es steht zugleich für ein neue Begeisterung und setzt das Tempo genau richtig für den Rest der Platte. Zudem werden hier die alten Stärke brillant mit den neu dazugewonnen verknüpft und lassen schreiende Gitarren, konsequentes vorantreiben der Trommeln und der Chor, ohne Zweifel zu einem Live Favoriten für die anstehende Tour werden. Der zweite Track ‚ Hey! Paranoid Peple! (What´s In Your Head?) schwingt mit seinen genialen Orgel-Hooks kräftig den eigenen Arsch und gehört zu den neuen Errungenschaften der Band, in Sachen Neuerforschung auf fremden Gebieten. Das dies mit einer derartigen Leichtigkeit von der Hand geht kommt unerwartet, mit catchy Hooklines schlägt man sich fröhlichen Gemütes mit ‚ Your Bones ‚ weiter ins Inselinnere.

Natürlich stehen auch die typischen Datsuns Sounds an wie mit ‚ Yeah, Yeah, Just Another Mistake ‚ sind diesmal nicht fehl am Platz. Ganz im Gegenteil sorgen sie für gute ankommende Abwechslung und lassen dadurch selbst ein sechs Minuten Stück wie ‚ Eye Of The Needle ‚ in einem glanzvollen Licht stehen. Ein langsamer Brenner der seine Kerben gemächlich ins Holz schlägt, bevor gegen Ende die Gitarrensolis mit aggressiven Schlägen den Weg nach Vorne platt walzen. ‚ Highschool Hoodlums ‚ orientiert sich stark am Opener während der Schlusstrack in seinen psychedelischen acht Minuten immer näher an die Doors heran groovt. Übrig bleibt eine erfolgreich abgeschlossene Inselerkundung mit vielen interessanten Dingen und Momenten die es lohnen erneut besichtigt zu werden.

7.4