The Black Keys – Attack & Release

Ruhig lassen es die Black Keys angehen, sehr ruhig wenn man das erste Mal die Platte einlegt und leicht zu den Klängen von ‚ All You Ever Wanted ‚ mit dem Kopf im Takt wibt. Ja – die Black Keys sind zurück und das mit einigen Neuerungen. Das Studio oder vielmehr das Zimmer mit den Eierkartons an den Wänden wurde diesmal durch ein professionelles Aufnahmestudio für Ihre mittlerweile vierte Platte ‚ Attack & Release ‚ eingetauscht. Niemand geringerer als Danger Mouse stand hier hinter den Reglern. Die zweite Veränderung die eigentlich stattfinden sollte, war die Tatsache erstmals Ihre Songs mit Hilfe eines Außenstehendes aufzunehmen. Ike Turner sollte genau dieser sein, doch leider verstarb der Musiker Dezember letzten Jahres an einer Überdosis Kokain und so waren die Black Keys gezwungen es doch wieder alleine zu machen. Geschadet hat es aber auch diesmal nicht. Nach einem eher gemütlichen Einstieg kommen dann ab ‚ I Got Mine ‚ die gewohnten staubtrockenen, kraftstrotzenden Gitarrenriffs im Wechsel mit Auerbachs rauchiger Stimme die Ihn wieder mal älter machen lässt als er tatsächlich ist und man meinen könnte eine übernatürliche Macht hätte Ihn aus den siebzigern direkt in unser Jahrtausend gebeamt.

Auch bei der ersten Single ‚ Stranges Time ‚ machen die Black Keys nichts falsch. Auch die Tatsache das diesmal mit einem hochkarätigen Produzenten zusammen gearbeitet wurde fällt durchweg positiv ins Gewicht. Danger Mouse, das verschrobene Genie mit dem vorurteilsfreien Musikgeschmack und der Leidenschaft für ausgefallene Arrangements, bringt die Black Keys genau so rüber wie sie auch wirklich sind. Sicher, der Klang ist ausgeprägter, die Instrumente kommen besser zur Geltung und es fällt nichts mehr unter den Tisch, aber nichts desto trotz hat Danger Mouse die Black Keys da gelassen wo sie hingehören – nämlich in die staubtrockenen Landschaften von Ohio. Nur selten kommen Veränderungen ins Blickfeld. ‚ Mit Psychotic Girl ‚ widerfährt der Landschaft dann aber doch die wohlverdiente Abwechslung. Einer ruhigen Nummer mit einem Banjo, dass wie das modernste der Welt klingt, tingeln Sie weiter durch die Prärie und hängen Ihren Gedanken nach.

Zur Mitte hin wird man dann mit ‚ Remember Wehn ‚ in zwei Versionen überrascht, einer A- und einer B- Seite. Der vielschichtige Song kommt in der ersten Fassung als ruhiger  und moderner Song rüber während der zweite das genaue Gegenstück darstellt und schon in der ersten Sekunde wild und rücksichtslos nach vorne bricht. Fast bezaubernd das es in dieser Zeit noch Platz für solche Spielereien gibt die noch dazu tadellos mit den anderen Songs verschmelzen. Der gröhnende Abschluss findet sich dann schließlich mit ‚ Things Ain´t Like They Used To Be ‚. Im Gegensatz zu den modernen Passagen die in den Songs immer wieder Ihren Platz finden kommt man hier komplett ohne aus und vermittelt dem Hörer den Eindruck als befinde sich das Blues Stück schon seit Ewigkeiten in Familienbesitz der. Nicht nur das die Black Keys so überzeugend das Alte mit dem Neuen kombinieren können, nein auch scheinen sie alles über die letzten vierzig Jahre Musikgeschichte zu wissen, teilweise sogar besser wissen.

7.9