The Bishops – The Bishops

Legt man das erste Mal die neue Bishops ein, startet mit ‚ Menace About Town ‚ der Erste von Vierzehn Tracks. Doch ist es nicht irgendein Track, nein es ist vielmehr der Auftakt zu einer halben Stunde voller Eleganz, Stilsicherheit und purer Unterhaltung im 60er Jahre Look. Zu guter Letzt wird das Ganze durch eingängige Refrains und eine große Portion gute Laune abgerundet. Fertig ist der Party-Coctail für die heißen Sommernächte.

Dazu ein wunderbar passender Einstieg mit ‚ Menace About Town ‚, der einen sogleich in angenehm entspannte Stimmung versetzt. Während man das kleine gelbe Schirmchen neben dem Strohhalm auf die Seite schiebt und nichts Böses ahnend durch die Runde blickt passiert es. Ein harter Schlag trifft unvermittelt von hinten und lässt einen fast zu Boden gehen. Hustend rappelt man sich auf und stellt überraschend fest, das es niemand geringeres war als die Bishops persönlich. Grund für diese plötzliche Attacke ist ‚ Breakaway ‚ und seine um sich schlagenden Riffs, die niemanden auslassen der nicht rechtzeitig Schutz gefunden hat.

Ist der erste Schreck aber erstmal überwunden und der kleine Muntermacher bei den Leuten angekommen, kehren die Bishops auch schon wieder zur Gemütlichkeit zurück. ‚  The Only Place I Can Look Is Down ‚ begeistert dabei genauso wie ‚ I Can´t Stand It Anymore ‚ mit verzerrten Gitarrenriffs und einem staubtrockenen Bass.

Live klingen Sie dabei aber immer noch am Besten. Zu sehen gibt es dort auch den selbstauferlegten Bishops-Dresscode, der zumindest bei den zwei Zwillingen Mike und Pete streng eingehalten wird. Nur Schlagzeuger Chris McConville darf sich davon geringfügig entfernen. An die zweihundert Konzerte brachten die Drei alleine im letzten Jahr über die Bühne und da war es nur an der Zeit, das Entstandene auf Platte festzuhalten.

Vom Sound her orientieren sich die Drei, wie man dem Album von vorne bis hinten deutlich anhören kann, stark an den Beatles oder den Kinks. Die Sixties haben es den Bishops angetan. Ganz im Stile der damaligen Zeit finden auch die vierzehn Songs kaum den Weg über die zweieinhalb-Minuten-Marke mit Ausnahme von ‚ Lies And Indictments/ Suns Going Down ‚.

Die Stärken liegen klar im schnellen Spiel. ‚ Higher Now ‚ führt effektiv mit schwindlig machenden Gitarren gnadenlos die Nostalgie in die nächste Runde. Das bei den simplen Melodien auch öfters kleinere Schwachpunkte zu finden sind stört hier niemanden. Der Schwung bleibt die gesamte Platte über erhalten und und bricht sogar auf ‚ Travelling Our Way Home ‚ kurzzeitig aus der gewohnten Wohlfühl-Nische aus. Als Abschluss folgt mit ‚ Carousel ‚ der Abschied mit tränendem Auge.

Schön war es, unterhaltsam und auch nostalgisch. Leider auch kurz und mit ein paar wenigen Durchhängern wie ‚ Say Hello ‚, die aber am Ende niemanden mehr interessieren. Glücklich wird man seinen Heimweg antreten und schon jetzt sehnsüchtig auf die nächste große Party mit den Bishops warten. ffff

8.6