Sweet Baboo – Ships

“Daniel Johnston has hundreds of great tunes, and I’ve got six”. Die fast schon beschämenden Worte von Sweet Baboo dürfen allerdings als Selbstironie gesehen werden. Denn seine elf Stücke sind charmante, liebenswerte und üppig geschichtete Instrumentierungen in beschwingter Leidenschaft. Der walisische Sänger und Songwriter Stephen Black, wie er im richtigen Leben heißt, begeistert die Ohren zugleich im eröffnenden Stück ‚ If I Died? ‚ mit beseelten countryside-soul und lächelnden pop-melodien. “if I died, would you remember that you left me?”, frägt uns Black zwischen dissonanten Sanftmütigkeiten, klirrenden Gitarren und hoch aufragenden Bläsern. Auch das zweite Stück mit dem überlangen Titel ‚ The Morse Code For Love Is Beep Beep, Beep Beep, The Binary Code Is One One ‚ bringt mit seinen süßen Melodien garantierten Sonnenschein in den noch so langweiligsten Tag. Und man merkt es: das Debütalbum von Sweet Baboo präsentiert die klassische Indie-Dichotomie aus England. Er ist untröstlich. Seine Lieder bringen diese Gefühle deutlich zum Ausdruck – doch die Musik spaziert dabei durch das komplete Gegenteil, wirkt gnadenlos optimistisch und es verleiht einem den Eindruck, als wäre er gerade unsterblich verliebt. In Teilen überschwänglich und schwindlig, zuweilen niedergeschlagen und überaus demprimierend. Man denkt dabei unweigerlich an die Kinks und Gorkys. Aber Sweet Baboo kombiniert seinen interessanten Sound so geschickt mit effektiven Geräuschkulissen und hellen Gesängen – man möchte diese glückliche und entspannte Stimmung nie mehr missen. Wie Alice im Wunderland erscheint zu einem späteren Zeitpunkt das Versprechen, „will always be my baby” zu „“giant ladybugs outside” in ‚ Twelve Carrots of Love ‚. ‚ 8 Bit Monsters ‚ klingt dagegen mit seiner summenden Tuba und den wackligen Beats, als wäre es unter Wasser aufgenommen worden, in ‚ You Are A Wave ‚ schaukeln die Wogen zum beschwingten Liebeskummer und zusammen mit der zweiten Single ‚ If I Died? ‚ stecken wir knöcheltief in der ansteckenden Eingängigkeit und dem Geist eines talentierten Songwriters. ‚ Let ’s Go Swimming Wild ‚ war die erste Auskopplung und verdient am Ende besondere Aufmerksamkeit. Ein beschwingter Moll-Akkord breitet die Arme für den erhebenden Chor aus, während die Zeilen „Out of mess sometimes comes great success“ und „the way you like to categorise my life into new and tidy piles“ für lange Zeit den eigenen Kopf nicht verlassen werden. Sweet Baboo präsentiert uns auf seinem Debüt eine reichliche Auswahl an potentiellen Singles und man kann es dem jungen Mann nur wünschen, dass Ihn der Status als unbekannter Künstler schon bald für immer verlassen wird.

7.2