Steve Earle & the Dukes – J.T.

Die neueste Veröffentlichung vom Sänger und Songwriter enthält ein Original von Steve Earle selbst und 10 Songs seines Sohnes Justin Townes Earle, der im August 2020 verstorben ist.

Es ist unbestreitbar, dass der tragischste Umstand, dem ein Elternteil begegnen kann, der Tod eines Kindes ist. Als Steve Earle’s Sohn Justin Townes Earle vor ein paar Monaten an einer angeblichen Überdosis Drogen starb, musste dies für den älteren Earle besonders schmerzhaft gewesen sein, insbesondere angesichts der Tatsache, dass sich die beiden für einen Großteil Ihres Lebens entfremdet hatten. Für eine kurze Zeit zu Beginn seiner musikalischen Karriere absolvierte Justin eine Lehre in der Band seines Vaters, bevor er entlassen wurde, nachdem sich seine Drogenprobleme so weit verschlechterten, dass er nicht mehr in der Lage war, effektiv zu arbeiten.

Mit der Zeit kam es zu einem Punkt, an dem sich Vater und Sohn kaum noch akzeptierten. In den letzten Jahren hat sich die Beziehung jedoch so weit verbessert, dass eine Versöhnung erreicht wurde. In einem Interview vor einigen Jahren gab Townes zu, dass die beiden ihre Kluft zumindest bis zu einem bestimmten Punkt überbrückt hatten: „Oh yeah, we talk“, sagte er damals. “Our relationship is fine, but I think it will always have its edge. We have a strange past and we’re both in a business that has a certain amount of ego, a certain amount of ‘I know that I can do this.’ It’s inevitable that it will lead to a certain amount of personality clash.”

Angesichts dieser Aussage ist es unvermeidlich, dass der Tod seines Sohnes eine starke emotionale Reaktion hervorrief. Die Trauer ist unbestreitbar, aber mit dem neuem Album, das hauptsächlich aus Justin’s eigenen Originalen besteht (außer dem letzten Song „Last Words“, den der ältere Earle zum endgültigen Abschied geschrieben hat), ist die Stimmung überraschend optimistisch. „J.T.“ feiert einen reichbebilderten und talentierten Songwriter so sehr, wie es auch gleichermaßen um seinen Tod trauert – endet aber mit Steve’s eigenen „Last Words“; eine direkte Botschaft mit steigenden Saiten. 

“I was there when you were born”, singt er traurig. “The last words from me were ‘I love you too.’” Er beklagt weiter die Verwirrung und den Konflikt, die unweigerlich ihren Tribut forderten: “I don’t know why you hurt so bad. I just know you did and I feel so sad…You made me laugh and made me cry…I loved you for all your life.” Steve Earle sieht sich am Ende nicht nur der Trauer furchtlos gegenüber stehen, sondern ehrt mit dieser Veröffentlichung auch Justin’s intelligenten Humor, seine rohe Verletzlichkeit und sein flinkes Songwriting.

8/10