Spinning Coin – Hyacinth

Ihr Debütalbum versprach viel und „Hyacinth“ kann die einhergehenden Erwartungen zum zweiten Album erfüllen. Spinning Coin arbeiten hart daran, ihren Sound auf interessante Weise zu erweitern, und das Endergebnis ihrer Bemühungen ist ein Album, das herausfordernd, spannend und fast trotzig, sicherlich aufregend und sehr einzigartig erscheint. Spinning Coin ist seit 2017 eine feste Größe in Glasgow’s reichhaltiger Indie-Art-Pop-Szene. Rachel Taylor, die zu einem festen Bestandteil von Spinning Coin wurde, hat der Band mit ihrem Songwriting eine neue Stimme verliehen – aber auch geografisch. Taylor musste Glasgow verlassen und zog nach Berlin, gefolgt von ihrem Bandkollegen Sean Armstrong. Da die Band jetzt zwischen Glasgow und Berlin aufgeteilt ist, kann man sich leicht vorstellen, dass sie die deutsche Hauptstadt durchqueren und sich inspirieren lassen.

So wurde ihr zweites Album an einem vertrauten, aber jenseitigen Ort geschrieben, wie in „Feel You More Than World Right Now“ wundervoll gezeigt wird. Spinning Coin haben ihren abgenutzten Sound wieder zu etwas Neuem und vage psychedelischem verschmolzen. Der Songwriter Sean Armstrong ist mit einem Notizbuch voller Melodien und Phrasen gesegnet, die sich sofort in den Scheitel eingraben und fast jeden Song zu einem Klassiker machen. Armstrong und der zweite Gitarrist Jack Mellin kreieren eine Mischung aus atmosphärischen und schlängelnden Linien, die durch Real Estate bis zum Ursprung der Smiths zurückreichen. „Ghosting“ ist eindringlicher Post-Punk mit klirrenden Moll-Key-Gitarren und summenden Synthesizern, „It’s Alright“ schroffer 90er-Rock mit interessanten Gitarrenakkorden und kraftvollem Gesang von Mellin. 

Sie klingen letztlich wie eine Gruppe mit dem brennenden Wunsch, Musik zu machen und während hier der Radius von Spinning Coin erweitert wird, besteht auch die Tendenz, sich an eine vertraute Formel zu halten. Zum Glück bringen sie beides sehr gut zusammen.