Secret Machines – Awake In The Brain Chamber

Angesichts einer Schöpfungsgeschichte der SECRET MACHINES, die sich über ein Jahrzehnt erstreckte, ist es überraschend, dass sich auf dem ersten Album nach 12 Jahren so wenig Innovation findet.

Der Sound auf dem vierten Album der Secret Machines hat eine spürbar strukturierte Qualität gewonnen, als ob alles, vom Gesang über hell gewickelte Gitarren bis hin zu den glasigen Keyboards und den brechenden Basslinien, durch einen riesigen NASA-Satelliten gefiltert worden wäre. Es ist eine passende Ästhetik für eine Band, die nach einer langen Reise von 12 Jahren durch ihren inneren emotionalen Kosmos auf die Erde zurückgekehrt ist. Für die Secret Machines waren es keine einfachen 12 Jahre. Das letzte Mal, als sie ein Album veröffentlichten, die selbstbetitelte Platte von 2008, erhielt diese nur einen lauwarmen Empfang, der im Vergleich zu seinen beiden hochgelobten Vorgängern kaum nennenswert schien. Geplante Fortsetzungen wurden in der Mitte der Aufnahmen eingestellt, weil sie angeblich „too depressing“ klangen. 

Inmitten der schwindenden Begeisterung für die Band landeten Frontmann Brandon Curtis und Schlagzeuger Josh Garza an den gegenüberliegenden US-Küsten. Ersterer trat Interpol als Tour-Keyboarder bei und letzterer ließ sich mit der Frau nieder, die bald seine Ehefrau werden würde. Der Bruder von Brandon und der Gründungsgitarrist der Secret Machines, Benjamin Curtis, hatte die Gruppe längst verlassen, um sich auf sein anderes Projekt School Of Seven Bells zu konzentrieren. Die Secret Machines hatten nach Brandon’s eigenen Angaben keine Priorität mehr, aber dennoch hatte er bis 2012 eine Reihe von Demos aufgenommen, die acht Jahre später einige der Songs auf ihrem Comeback-Album darstellen würden.

Doch Anfang des folgenden Jahres wurde bei Benjamin eine Erkrankung des lymphatischen Systems diagnostiziert. Zwischen Krankenhausbesuchen und Chemotherapie-Sitzungen arbeitete Benjamin weiter an der Musik für School of Seven Bells und nahm an Aufnahmen für das neue Material seines Bruders teil, starb jedoch kurz vor Jahresende im Alter von nur 35 Jahren. Kurz gesagt bietet „Awake In The Brain Chamber“ die Art von gebrochener Hintergrundgeschichte, die selten zu einem so zusammenhängenden Album führte. Obwohl es inmitten persönlicher Niedergeschlagenheit und verheerender Verluste über viele Jahre geschrieben und aufgenommen wurde, stellt es eine fragmentierte, aber gut gemeinte Platte dar und ist die willkommene Rückkehr einer geliebten Gruppe, die viel überwinden musste.

Rein musikalisch betrachtet, sind die neuen Songs jedoch nur blasse Nachahmungen früherer Herrlichkeiten. Es bleibt das, was wir erwarten: ein Space-Rock-Album, das sich wie ein Mashup aus Pink Floyd, Led Zeppelin und Amon Düül II anfühlt und gerade genug progressive Einflüsse aufweist, um ein wenig hervorzuheben. Angesichts der Tatsache, dass die Rhythmussektion von Brandon Curtis und Josh Garza intakt geblieben ist, fallen der dicke Drumming-Sound und die lauten Basslinien immer noch auf. Hier gibt es ein paar Tracks, die definitiv jeden Indie-Enthusiasten dazu bringen würden, mit den Schuhspitzen zu wippen – „Dreaming Is Alright“ ist ein klarer Favorit, ebenso das bescheiden euphorische „Everything Starts“ und der treibende Beat und der kristallklare Gitarrensound von „Everything’s Under“. 

Aber es gibt auch ein eklatantes Problem mit der Aufzeichnung, nämlich, dass sie sich nie wie ein Produkt einer jahrzehntelangen Arbeit anfühlt. Mit ungefähr einer halben Stunde ist es unglaublich kurz für eine Band, die einst zwei neun Minuten lange Songs hatte, die ihr Debütalbum öffneten und beendeten. Hier fehlt der thematische Ansatz engmaschiger Klangkonzepte, die die vorherigen Alben der Band zu steuern und zu lenken schienen, wodurch es sich eher wie eine Sammlung von Songs anfühlt, die oft denselben Stilregeln folgen, die die Band vor 15 Jahren etablierte erfolgreich werden ließ.