Royal Bangs – We Breed Champions

Ihre Songs klingen schrullig, ein bisschen frech, vertraut, einfallsreich und führen als ständigen Begleiter die abwechslungsreichen Melodien mit sich herum. Dazu zählen warme Gitarrenklänge ebenso, wie unterhaltsame Spielereien im Electro Bereich. Synthies die es einfach nicht wahr haben wollen am Ende eines Stückes abgedreht zu werden und experimentelle Einlagen, die besonders am Anfang den Hörer in die falsche Richtung locken. Denn was uns die Royal Bangs auf Ihrem Debüt mit offenen Händen präsentieren ist keinesfalls nette elektronische Indie-Musik zum Kopfwippen. Nein, das nun wirklich nicht. ‚ We Breed Champions ‚ lässt die Neugierde ungezügelt in uns emporsteigen, wenn technische Perfektionen auf schrammelnde Gitarrenriffs prallen. Eine Faszination die sich bereits in den ersten Minuten mit dem Opener ‚ New Scissors ‚ über den Hörer legen wird. Tiefe Verwurzelungen, kräftige Stämme und strahlende Wipfel glänzen in der aufsteigenden Sonne auf uns herab. Die Royal Bangs sind eine fünfköpfige Band aus Knoxville, Tennessee und veröffentlichen als erste Band eine Langspielplatte auf Eagle Records. Spitze Winkel, gegenseitiges Duellieren und hübsche Melodien erzeugen kontrastreiche Melodien in Start-Stopp-Rhythmen. Dabei wird zu keinem Zeitpunkt die Ernsthaftigkeit unter den Tisch gespielt und erfindet die selbstgerechte Gröhnung im Gesang des Frontmannes Ryan Schaeffer. Sie werden gerne mit Modest Mouse verglichen, TV On The Radio und Architecture In Helsinki. Oh. Bei den vielen Lobeshymnen über ein fast perfektes Debüt, hätten wir beinahe den Mann hinter den Royal Bangs vergessen: Black Keys Schlagzeuger Patrick Carney. Im gehört das Label Eagle Records und landet mit der Band den ersten gezielten Treffer auserhalb seines Heimatbundesstaates Ohio. Das Gespür für die großen Talente scheint hierbei ebenso mächtig auf Carney einzuwirken, wie bei den gemeinsamen Songs mit Dan Auerbach. Doch Vergleiche hin oder her. Das Quintett besitzt genügend an eigener Raffinesse und Ideenreichtum um diese mit angemessenen Respekt von sich zu stoßen. Besonders live erweist sich Royal Bangs als chaotisches Gewirr umgeben von unzähligen Kabelsträngen und Anschlussleitungen zu MIDI Sequenzer und Mac Books. Unter all diesen scheinbaren Verwirrungen und den elektronischen Nuancen, ist dieses Album dennoch der perfekte Straight-Up-Garage-Rock, der abschließend in verdammt eingängigen Hooks verpackt wurde. Das ist der Stoff, der Menschen wegtreten lässt. Sie in ausergewöhnliche und intensive Farbspielereien entführt, dazu Malereien für die Ewigkeit kreieren und wohl auch nach dem letzten Stück ‚ Hyundai From Korea ‚ mit einem nervösen Chris Rusk an den Drums, noch lange nicht an Ihre kreativen Grenzen gestoßen sind.

7.4