Puscifer – Existential Reckoning

Bei aller Majestät und Heiterkeit sind die besten Songs auf EXISTENTIAL RECKONING die spärlichsten, und diejenigen, bei denen Keenan von PUSCIFER sich eine Oktave tiefer fallen lässt.

Dichotomie und Dualität waren schon immer Teil des Spiels, wenn es um Keenan’s Werke ging und aus dieser Sicht betrachtet ist Puscifer in gewisser Weise die logische Fortsetzung. Nennen wir es seinen entfesselten Beweis für einen Ort, an dem es so seltsam werden kann, wie es will, abseits der Scheinwerfer von Tool und A Perfect Circle. Aber selbst das scheint nicht ganz richtig zu sein. Besonders bei „Existential Reckoning“. Während es ursprünglich als Projekt von Keenan und seinen engsten künstlerischen Kollegen und Landsleuten gedacht war, hat sich die Besetzung der Band im Laufe der Jahre in Form ihrer Kernmitgliedschaft Keenan (Gesang), Mat Mitchell (Gitarre, Bass, Keyboard) und Carina Round (Gesang und Keyboard) gefestigt. 

Während die Bildung dieses soliden Kerns immer noch die Grundlage von Keenan’s musikalischer Sensibilität ist und in erster Linie von Keenan’s musikalischer Sensibilität angetrieben wird, hat sie es Puscifer ermöglicht – im Gegensatz zu Keenan’s andere Projekte – weit über die Summe seiner Teile hinauszugehen. Zu ihnen gesellen sich diesmal Greg Edwards von Failure, der produktive Studio-Schlagzeuger Gunnar Olsen und die Schlagzeugerin Sarah Jones von der Postpunk New Wave Band NYPC. Das Niveau bei „Existential Reckoning“ ist erstaunlich und erzeugt dichte Klangschichten, die ebenso ansteckend wie eindringlich sind. Dieses Album fühlt sich wie die vollständigste und aktuellste Veröffentlichung in der seltsamen Geschichte der Band an. 

„Existential Reckoning“ ist für dieses bizarre Elektro Pop Trio (und seine Freunde) eine pulsierende Rückkehr. Sie sind jetzt weit mehr als nur Keenan’s seltsames Nebenprojekt. Puscifer hat sich bewährt.

 

8/10