Placebo – Loud Like Love

Wenn man sich das gleichnamige Titelstück anhört, weht einem der typische Sound von Placebo um die Nase. Qualität und Eingängkeit halten erneut in einem überschwänglichen Manifest miteinander Händchen, sehen sich dabei verliebt in die Augen und man würde es von selbst nicht glauben, dass diese Beziehung bereits im nächsten Jahr Ihr 20-jähriges Jubiläum feiern wird. Auch mit der ersten Single ‚ Too Many Friends ‚ haben Brian Molko, Stefan Olsdal und der Neue Steve Forrest bewiesen, dass sie es noch können. „My computer thinks I’m gay”. Textlich habe ich bei der neuen Platte das Gefühl, dass insgesamt sehr viel mehr Platz für eigene Interpretationen geschaffen wurde, sie handeln viel über das Für & Wider der Liebe und Homosexualität, ermutigen den Hörer „Stolz“ auf seine Liebe zu sein, sich selbst zu lieben und so erleben wir weniger den Standard in Liebesliedern, als vielmehr an das Thema angepasste und mordernsierte „Liebeslieder“ in der traditionellen Placebo Verschrobenheit. ‚ Hold On To Me ‚ ist ebenfalls klassisch Placebo. Ausgedehnte Introspektionen und missverstandene Depressionen. Doch haben es Brian Molko und Stefan Olsdal versäumt, sich hier von Ihren anderen Alben abzugrenzen. Trotzdem warten in ‚ Loud Like Love ‚ neben den bereits erwähnten Samen der Hoffnung, auch noch weitere überzeugende Tracks, wie beispielsweise ‚ Exit Wounds ‚ als sehr gelungenes Zeichen dafür, dass Placebo tatsächlich im Jahr 2013 angekommen sind und nicht nur eine stagnierende Wiederholung Ihrer eigenen Vergangenheit sind. Ein letztes Indiz dafür bietet uns ‚ Bosco ‚ mit seinen Zeilen: „When I was feeling wrong, I used to go and write a song from my heart, but now I feel I’ve lost my spark“. Molko als Gast auf dem Beichstuhl, so brutal wie auch berührend. Aber diese Eigenschaften gelten leider nur auf die wenigen Songs der Platte, denn der Rest auf ‚ Loud Like Love ‚ dürfte für jeden leicht zu absorbieren sein, man könnte es auch fließend ignorieren und als ordentlichen Alternative-Rock bezeichnen. Musik die letztlich von Künstlern erschaffen wurde, deren Anhängerschaft Ihren Sound vergöttert und sich Ihre Texte über Sex, Sadomasochismus , Androgynität und Drogen als tägliches Lebenselexier in die Venen spritzt.