Pixie Lott – Turn It Up

Der niedliche Name Pixie ist bei der Geburt entstanden als Ihre Mutter meinte, Sie sehe wie eine kleine Elfe aus. Deshalb der Künstlername Pixie Lott. Die Mama spielt im Leben der Pixie ohnehin eine große Rolle, begleitet Sie auf Ihren Tourneen, zu Interviews und sitzt im Backstage Bereich bei TV Aufzeichnungen. Auch war Sie es, die Ihre Tochter daran hinderte, mit den Freunden in eine gemeinsame WG in London zu ziehen. Sie findet eben, 18 Jahre sind einfach nur zu jung für Vorhaben dieser Art. Den ersten Plattenvertrag unterschrieb Pixie Lott übrigens im zarten Alter von 15 Jahren. Wenn es um die Karriere geht, ist die Mama wohl nicht mehr ganz so streng und kompromisslos. Aber wir wollen jetzt an diesem Punkt keine Unterstellungen verbreiten. Denn Vorurteile gegenüber junge Sängerinnen wie Pixie Lott scheinen fast grenzenlos und treffen meist auch später in der Praxis mühelos in die goldene Mitte. Wo es schlussendlich für die meisten ein frühzeitig Ende nimmt ist das gesangliche Talent, denn gut aussehen tun Sie ja bekanntlich alle. Nun in diesem Blickwinkel hat die junge Engländerin absolut keine Probleme. Auch diverse Coverversionen wie von den Kings Of Leon zeigen beachtliches Talent und so kommen wir dementsprechend schnell zum letzten Punkt, der Qualität Ihrer zwölf Songs auf ‚ Turn It Up ‚. Da wäre zum einen das wahrlich eingängige und gut arrangierte ‚ Mama Do (uh oh, uh oh) und gleich darauffolgende Tiefflieger, die Ihren Wettkampf in der Beliebigkeit austragen. Das markante, der Bezugspunkt der Single verschwinden erschreckend schnell in seichten und oberflächlichen Standartmelodien und eingepassten Songtexten. „There’s something about you/ That’s like the sun/ You warm up my heart/ When I come undone“ mit abschließenden „La la la la la la la la la la like it“. Und da waren Sie, unsere Hoffnungen auf eine Sängerin die mal außer gut aussehen auch ein anständiges Debüt auf die Beine stellen kann. Aber zum Glück nicht alles schlecht auf ‚ Turn It Up ‚ und da zählt nicht nur der Opener, sondern auch der gleichnamige Titeltrack, der besonders bei den Liveperfomances unglaublich viel Energie entfesseln kann. Auf dem Langspieler verpufft dieser Effekte leider Größtenteils. Durchgehend positiv ist dagegen der altmodische Ansatz für Popmelodien, die äußerst professionell verpackt wurden. Auch stechen immer wieder die kleinen Accessoires in das hell strahlende Scheinwerferlicht. Das Verständnis der natürlichen Phrasierung, Dynamik und der Sinn für die richtigen Nuancen prägen die Platte und verpassen Ihr damit eine eigenständige Identität. Selbstverständlich ist das Debüt makellos auf Pixie Lott zugeschnitten worden, wenngleich nicht selten vieles an andere Künstler erinnert, wie ‚ Boys And Girls ‚ auch eine Nummer der Sugababes sein könnte, oder ‚ Here We Go Again ‚ von Lady Gaga. Der Gesamteindruck bleibt am Ende trotzdem ein Getrübter. Zu viele Klischees und eine Reihe unausgereifter R & B Stücke versuchen irrtümlicherweise die fehlende Tiefe zu retuschieren. Zurück bleiben eine handvoll guter Ansätze und die Erkenntnis mit Pixie Lott ein weiteres Gesangstalent gefunden zu haben, mit der sich in den nächsten Monaten gut Geld machen lässt.