Pictureplane – Dark Rift

1990 startete die „MTV Party To Go“ Reihe auf den Tommy Boy Records, die von Tom Silverman 1981 gegründet wurden. Das dieser ein Dance-Hall Fanatiker war und ist, muss keinem mehr gesagt werden und so erschien nach dem „Dance Music Report Magazine“ die neue Kompilation mit namenhaften Künstlern und unbekannten Newcomern. Insgesamt gibt es vierzehn Stück davon, die letzte im Jahr 2000 und die entscheidende 1992. Doch warum muss man so weit in der Zeit zurückgehen um Antworten auf das Debüt von Pictureplane aka Travis Egedy zu finden? Wo er noch dazu die Schulbank drückte und seinen Drang nach Musik nur passiv ausleben konnte? Der Grund ist geradezu naheliegend, er liegt vor den Füßen und ist zum Greifen nahe. Denn damals entstand erst durch diese Reihe von MTV eine allgemeine Diskussion über die elektronische Musik in den Vereinigten Staaten. Sozusagen ein Neuanfang mit allen Facetten, die uns heute als selbstverständlich erscheinen. Dub, Dancehall, Deep House, Balearic um nur einige zu nennen und eben dieser Travis Edgedy setzt mit seinem Debüt ‚ Dark Rift ‚ die funkelnde Krone auf diesen langen Entwicklungsprozess. Und nun die Frage deren Antwort wir bereits alle erahnen können: Wo war dieser Langspieler ’92? Nun ja, manchmal muss der Mensch sich eben in Geduld üben, damit er sich am Ende überschwänglich darüber freuen kann, es schätzen und lieben lernt wie sonst kaum etwas Anders. Das beste überhaupt an der langen Vorgeschichte ist, mit ‚ Dark Rift ‚ kommt der Hörer voll und Ganz auf seine Kosten. Old School, New Rave und Afrobeat in ‚ Times Teens ‚. Es ist die perfekte Tanzmusik, die Dinge springen befreit und unbekümmert durch die Dancehallen dieser Welt, verzichten auf übermäßigen Einsatz der Effektmaschinen und schreiben aus einer brillanten Mischung die nicht täuschen kann, das Genre grundlegend um. Pictureplane´s Sound lebt und stirbt mit dem Einsatz der Rauchmaschinen, wunderschön färben Sie die Melodien, geben Ihr Spannung und Raum sich von allen Ängsten und Stricken zu befreien. Erstaunlich in dem Zusammenhang ist hier die Zusammenarbeit mit Lovepump United, das eigentlich für seine dunkle Transgressive Seite bekannt wurde und Künstler wie HEALTH, Crystal Castles und AIDS Wolf sein Eigen nennt. Aber Pictureplane ist eben ein Phänomen, eine Kuriosität die nicht in den Schatten gestellt werden kann. Er verkörpert die Mainstream-Dance-Musik aus vergangenen Tagen und pocht dennoch auf die Zugehörigkeit der Neuzeit. Natürlich besitzt ‚ Dark Rift ‚ seine kleinen Schwächen, doch neben diesen 13 Tracks wirkt dieser Zusatz wie ein kleines verkrüppeltes Ästchen, am Stamm eines großen und prächtig wachsenden Baumes.