Parov Stelar – Shine

Es ist wohl, um die Spannung vorweg zu nehmen, das stilistische Meisterwerk in Parov Stelar’s Karriere geworden. ‚ Shine ‚ glänzt aus minimalistischen Eindrücken, pochenden Beats und den typischen Jazz-Samples. Der gebürtige Österreicher beginnt in entspannter Atmosphäre zusammen mit Gast-Sängerin Kristina Lindberg und lässt den etwas stimmungsvolleren Track ‚ Good Bye Emily ‚ featuring Gabrielle Hanninen folgen. Eine Kollaboration die im späteren Verlauf noch einen ungeahnten Höhenflug hinlegen sollte. Doch der Reihe nach, es folgt der anmutige und düstere Titeltrack ‚ Shine ‚ featuring Lilja Bloom. Leise drückt das Piano in unheilvolle Gefilde, lockt uns mit dem süßen Charme der Verführung durch Irrwege der angsteinflößenden Faszination und beschwört die Genres „Breakbeat“ und „Pop“ in Ihrer neuen und einzigartigen Schöpfung. Es ist offensichtlich und kaum von jemanden zu übersehen, Marcus Füreder aka Parov Stelar hat hier die Finger an den Reglern. Auch wenn ansonsten wenig über den Mann aus der drittgrößten Stadt Linz bekannt ist, es reicht allemal um diesen einzigartigen Sound sofort zu erkennen. Ebenfalls ist es kein großes Geheimnis das einfach zu viele DJs Ihr Unwesen treiben. Ein Ende ist noch lange nicht absehbar und so wird es irgendwann zu einem wahrlich instabilen DJ Event Horizont führen. Dieser wiederum wird ein großes schwarzes Loch aufreisen und darin alles verschlingen, was auch nur im Ansatz als billige Imitationen der Plattendreher versucht Geld zu generieren. Und wenn der Tag gekommen ist, werden auf einmal alle auf einen Mann blicken und sich fragen, warum das Schicksal ausgerechnet Ihn am Leben gelassen hat. Nun als Erklärung gibt es einige Gründe, darunter seine Natürlichkeit, seine persönlicher Stil, der sich nie auch im entferntesten an bereits vorhandener Musik orientiert und natürlich die bereits angesprochenen Jazz-Samples. Es mag für die meisten ein grausamer Gedanke sein, wenn auch nur das Wort Jazz in den Raum geworfen wird. Aber die Kombination aus Electro, Breakbeat und den dahinter dezent eingeflochtenen Saxophons sollten auch anerkannte Jazz-Gegner einmal gehört haben. Es lohnt sich, Ihr werdet sehen, hören und staunen. Ja man kann sogar noch eins weiter gehen und behaupten, Menschen mit spürbarer Abneigung gegen die Musik von Parov Stelar sind im Besitz eines zu oberflächlichen Musikgeschmacks und sollten schnellstens etwas dagegen unternehmen. Eine Schande, Stücke wie den unbeschreiblichen Höhepunkt ‚ Charleston Butterfly ‚ unbemerkt passieren zu lassen. Auch ‚ Autumn Beasts ‚ glänzt mit einem wunderschönen Refrain, traumwandlerisch tanzen wir durch die Strophen und dürfen übergangslos auf ‚ On My Way Now (Love Part 2) weiter die Hüften kreisen. Brilliant verbindet Parov Stelar seine alten Werke mit ‚ Shine ‚ ohne dabei die Seele zu verlieren und vermengt diese mit neuen Geschmacksrichtungen und Zutaten in den Sounds, die zu jedem Augenblick bravourös miteinander harmonieren. Der dritte Langspieler mit phantastischem Abschluss in Form von ‚ Homesick ‚, den man uneingeschränkt in vollsten Zügen und möglichst laut genießen sollte, dient einzig der Aufgabe, den Hörer glücklich zu machen und zu guter Letzt sei noch gesagt: ‚ Shine ‚ ist wie ein guter neuer Freund, vielleicht sogar der Beste für viele weitere Jahre.