Parov Stelar – Coco Part 2

Voluminös. Bereits die Ausdehnung in den Anfangssekunden zu ‚ The Mojo Radio Gang ‚ drückt uns schwer an die glitzernde Wand und übernimmt damit die große und ehrenvolle Verantwortung aus ‚ Coco Part 1 ‚. Noch geblendet aus den letzten Minuten, die wie aus einer fremden Dimension scheinen, erwachen wir in weichen Piano-Klängen zu wischenden Beats und Vocals, angelegt in den frühen 20er Jahren. Eben typisch Parov Stelar. Nahtlos kreiert er einen Übergang der einmaligen Sorte. Und auch die Saxophons lassen sich diesmal nicht lange bitten und zaubern blitzartig eine funkelnde Disco-Landschaft in beschwingter Atmosphäre. Lilja Bloom ist ebenfalls dabei und gibt Ihren einzigen Gastauftritt im zweiten Stück ‚ Ragtime Cat ‚. Der elektronische Teil rückt bereits nach den ersten fünf Minuten merklich in den Vordergrund, übernimmt ruhig aber bestimmt die Regler und dreht diese um einen deutlichen Dreh nach oben. Ein Schwung der besonders die Tanzbeine ansprechen soll, da auch ein ‚ Libella Swing ‚ nicht nur die Melodien beruhigend auf und ab schaukeln lässt, sondern Ihnen zudem einen ordentlichen Schubs verpasst. Glockenspiele und ein bisschen Musik aus dem Balkan, Parov Stelar nimmt auch mit dem zweiten Teil eine Ausnahmestellung ein. Alles fügt sich nahtlos ineinander, nichts wirkt fehl am Platz und manches dürften Fans bereits kennen. Schließlich erfreuen uns Stücke wie ‚ Hotel Axos ‚ und ‚ Libella Swing ‚ schon des Längeren. Es ist herrlich. Diese ausgelassene Stimmung. Das endlich gefundene Gefühl der vollkommenen Glückseligkeit- alles hat sich eingefunden und lauscht nun den Klängen von ‚ Catgroove ‚ mit brasilianischem Samba Feeling. Dem Einstieg wird jedoch bald die Herrschaft entzogen und rasende Saxophons wandeln das Stück in eine wilde Up-Tempo-Nummer um. Hier greift einer der unbeschreiblichen Momente in jedem Leben, das einmal Parov Stelar hören durfte. Die Sekunden, die Minuten, die fesselnden Momente, alles läuft in unglaublich konstanter Bildfrequenz an unserem geistigen Auge vorbei und hinterlässt brennende Eindrücke. Die verdiente Entspannung erwartet den Hörer schließlich im Mittelteil bei ‚ Matilda ‚, während aus den äußerst entspannenden Nummern ‚ The Flame ‚ und ‚ Fleur De Lille ‚ ein flippiges und raumfüllendes Electro-Jazz-Event enthüllt wird. Bravourös. Einmal hochgegriffen könnte es nun heißen: Jede dieser Textzeilen müsste eigentlich in einem Superlativ enden. Wie soll man der Platte ansonsten ausreichend gerecht werden? Denn das ein Saxophon in Verbindung mit der Mischung von Parov Stelar einmalig klingen muss, ist weltweit bekannt. Das als Gegenfolge aber auch der Ermüdungseffekt nach einem gewissen Zeitraum eintreten kann, hat der gebürtige Österreicher natürlich nicht vergessen und schmettert uns in ‚ Monster ‚ mal eben eine tadellose Electro-Dancefloor-Nummer auf das Parkett. Und man darf nun kurz die Gedanken schweifen lassen und sich heimlich denken: So müssen wohl die bisher unerfüllten Träume von Moby aussehen. Aber belässt Parov Stelar es dabei? Nein, er legt mit dem Schlusstrack ‚ Nosferatu ‚ noch einen letzten Stein oben drauf und rollt anschließend mit dem Balkan-Express zurück an unseren Ausgangspunkt. Neben diesem musikalischen 5 Sterne Menü gibt es praktisch als letztes Schmankerl, noch die beiden Remixe zu ‚ The Mojo Radio Gang ‚ umsonst dazu. Und mit dem letzten entschwundenen Klang schreibt sich ‚ Coco ‚ dann schlussendlich in das unvergessliche Werk der Musikgeschichte ein.