Owl City – Ocean Eyes

Nach seinem selbst-produzierten Debüt ‚ Maybe I’m Dreaming ‚ aus dem Jahr 2008, hat Adam Young aka Owl City mit seinem neuen Werk ‚ Ocean Eyes ‚ endlich das große Los ziehen dürfen und ist nun stolzer Besitzer eines Plattenvertrages bei Universal. Auf dem Albumcover spiegelt sich wohl der derzeitige Traum vieler Menschen wieder: Ein strahlend blauer Himmel, sommerliche Temperaturen und ein Luxushotel das keine Wünsche offen lässt. Hinter diesem gelungenen Bild stand der Photograph Burj Al Asab, der damit die herrschende Stimmung auf ‚ Ocean Eyes ‚ recht treffend einfangen konnte. Emotional aufgeladene Elektro-Soundtracks unterliegen amerikanischen Teen-Dramen, romantische Träumereien übersteigen glitzernde Arrangements und was würde an dieser Stelle besser passen, als simple und sentimentale Zeilen wie “If the bombs go off, the sun will still be shining”. Die Ein-Mann-Band hinter Owl City kreierte mit ‚ Ocean Eyes ‚ ein unglaublich optimistisches Album, in dessen Augen ein wolkenfreier Sternenhimmel schimmert. Musikalisch erinnert manches an Death Cab For Cutie, während die nasale Aussprache auffallend ähnlich nach Blink 182/Angels & Airwaves Frontmann Tom DeLong klingt. Nichts desto Trotz ist das zweite Werk von Adam Young ein Schmiedeeisen mit jugendlichen Referenzen, romantischen Ausflügen am Strand, Wasserfreundschaften und Spaziergängen in der Natur mit dem ganz besonderen Menschen an der eigenen Seite. Natürlich finden sich auf ‚ Ocean Eyes ‚ keine Wunder und keine kreativen Meisterleistungen, dafür sorgt die sympathische Naivität für eine willkommene Abwechslung, angesichts der heutigen Zeit in der wir leben. Young verwendet in seinen Songs eine Kombination aus analogen Instrumenten wie Gitarre und Schlagzeug zu künstlichen Drum-Loops und süßen Synthesizern, wie es gut in dem Stück ‚ The Saltwater Room ‚ zu hören ist. Einer der besten Tracks auf dem Album ist ‚ Hello, Seattle ‚ mit anspruchsvollen Haken, während ‚ Umbrella Beach ‚ eine kleine Club Hymne geworden ist. ‚ Dental Care ‚ ist wohl an dieser Stelle die perfekte Ode an gute Mundhygiene. Ebenfalls gelungen ist ‚ On The Wing ‚, das zum Glück nur ein bisschen des elektronischen Charisma an die Umgebung versprüht. Gegen Ende folgt mit ‚ Fireflies ‚ ein Schlummer-artiges Wiegenlied, bevor hier der mächtige Chor über uns hereinbricht: „I’d like to make myself believe/ That Planet Earth turns slowly/ It’s hard to say that I’d/ Rather stay awake when I’m asleep/ ‚Cause everything is never as it seems“. Der Rest auf ‚ Ocean Eyes ‚ wirkt dagegen tendenziell eher überflüssig als angenehm. Doch auf gesamter Länge darf man beruhigt von einer soliden Platte sprechen, die jedoch von keiner langen Haltbarkeitsdauer profitieren wird.