Oscar Louise – Empty House

Wie ehrlich und persönlich die Musik eines Künstlers ist, merkt man prinzipiell bereits in ersten Minuten eines Albums. Bei Rachel Hamels dauert es eigentlich nur wenige Sekunden, die sanfte und einfühlsame Stimme der professionellen Chorsängerin legt behutsam den Finger über die aufkeimenden Zweifel und erzählt fortan über alltägliche Geschichten von Einsamkeit und über die unglückliche oder weit entfernter Liebe. Wenn die Distanz zu einer unüberwindbaren Hürde wird. Physische und psychische Grenzen werden mit feinfühligen Arrangements untermalt und Rachel Hamel, alias Oscar Louise, verleiht dem Ganzen mit Ihrer Stimme die notwendige Eindringlichkeit. ‚ Empty House ‚ ist zugleich ein neuer Schritt im Leben der Rachel Hamel, die klassisch ausgebildet wurde, sowohl Oper auch als Jazz beherrscht, und nun Ihr neues Zu Hause in der Pop-Musik gefunden hat. Vieles auf Ihrem ersten Album ‚ Empty House ‚ wirkt dabei ungeheuerlich überzeugend, besonders im dritten Stück ‚ A Tale Of The Sea ‚ in Kollaboration mit Hemlock Smith, wenn das herrlich harmonische Klavier aus den Boxen steigt und dabei den zarten, virtuosen Geist des Popuniversums in die Arme nimmt. Es folgt ein Kuss, der musikalische Substanz und ausgefeilte Arrangements der verschiedenen Genres zueinander führt und leere Gebäude mit einem reichem Klangfarbenregister befüllt. Schlussendlich befindet man sich als Hörer in einem poetischen Universum, das Ruhe und Zeit erfordert, um neben den feinfühligen Arrangements von Fabrizio Di Donato, diese intensive und einnehmende Stimmung ganz und gar in sich aufnehmen zu können.

8.0