Natasha Bedingfield – Strip Me

So schön Natasha Bedingfield auf die eigenen Augen auch wirken mag, Ihre Ausstrahlung hat die britische Sängerin und Songwriterin leider nicht auf Ihre Musik übertragen können. Sechs Jahre nach Ihrem Debüt ‚ Unwritten ‚ ist der Sound auf dem dritten Werk deutlich erschlankt, wenngleich die Sängerin auf Ihre gepflegte Mischung aus R&B und europäischer Perfektion nicht verzichten wollte. Das weiße Licht der Popmusik erstrahlt also weiter, umflutet von heilsamen Botschaften an das Volk, die unter anderem wie folgt lauten: Wenn du nur lange und intensiv danach suchst, wirst auch du den Kern einer junggebliebenen Frau in dir finden. Auch wenn es ein wenig merkwürdig klingen mag und es mich als Mann nicht unbedingt anspricht – auf der anderen Seite füllt Natasha Bedingfield eine aufgerissene Lücke. Während die Streitigkeiten der Popstars um Lady Gaga und Ke$ha um den Thron als verrücktester Freak bereits den Höhepunkt überschritten haben, sieht die junge Britin nur mit weit aufgerissenen Augen dabei zu, dreht sich anschließend um und entscheidet sich kurzentschlossen lieber dem normalen Durschnitt angehören zu wollen. Und Recht soll Sie mit dieser Entscheidung haben. Wir erleben in den folgenden Minuten eine wunderschöne gefühlvolle Ballade in ‚ Run Run Run ‚ und einen Synthie-lastigen Track mit Namen ‚ All I Need ‚, der ganz im Stile von Rihanna’s ‚ Shut Up And Drive ‚ durch die Strophen galoppiert. Dennoch hinkt das Album in seiner Entwicklung mindestens ein paar Jahre hinterher. Es wirkt alles nicht sonderlich frisch, einzig die polierte Produktion mag so manchen Fan für sich begeistern. „I’m only one voice in a million/ But you ain’t takin‘ that from me“, trällert Bedingfield ins Mikrophon und man hat den Anschein, als hänge Ihr gesamtes Leben davon ab. Doch leider befindet sich darin kein bisschen davon, was Bedingfield und Tedder nicht bereits in den letzten Jahren besser hinbekommen hätten. Was der Platte am meisten abgeht ist das fehlende Gesamtkonzept. ‚ Strip Me Away ‚ scheint nie wirklich darum bemüht für Ausgewogenheit zu sorgen. Zwar wird es bestimmt nicht das schlechteste Pop-Album des Jahres werden, doch die übertriebenen melodramatischen Schnitte, die schwerliegenden Rhythmen und das falsch angesetzte Selbstwertgefühl, sorgen für eine ungewollte Anstrengung und Plumpheit innerhalb der dritten Platte von Natasha Bedingfield.

3.1