Nada Surf – Lucky

Nada Surf standen seit je her für eingängige Popschnulzen mit einem Schuss Rock und Hymnen die nur die drei New Yorker schreiben konnten. Man denke hier an die meisterhaften Glanzlichter des Pophimmels wie ‚ Always Love ‚, ‚ Concrete Band ‚ oder ‚ Blanckest Year ‚. Songs zum dahin schmelzen, nicht nur für die etwas zarter besaiteten von uns sondern alle ansprechen konnten. Leider fand sich ansonsten auf Ihrer letzten Platte ‚ The Weight Is A Gift ‚ nicht viel ansprechendes und man musste schon stark die Luft anhalten und darauf hoffen, das den New Yorkern nicht schon die Ideen ausgegangen sind. Vielleicht stachen auch deshalb die oben genannten so stark heraus und ließen den Rest wie Ausläufer aus einer hoffnungslosen Zeit erscheinen. Was auch immer danach passiert sein mag, welche Geistesblitze Nada Surf auch immer getroffen haben, Sie haben sich wiedergefunden. Die Ideen für unglaublich schöne Pophymnen und Melodien, die zeitloser nicht sein könnten, glänzen in einer neuer Farbenpracht die man Nada Surf nach der letzten Platte nicht mehr zugetraut hätte. ‚ Lucky ‚ besticht mit elf unvergesslichen Momenten und lässt auch den Titel des fünften Album zum Programm werden. Sechzehn Jahre sind Sie nun schon aktiv und wirken noch kein bisschen gealtert. Die Melodien wirken immer noch frisch, jung und unverbraucht. Sie schaffen Vertrautheit wie kaum eine andere Band, man fühlt sich sofort wohl und heimisch und doch bewegt man sich auf jeder neuen Platte das Rad der Zeit stetig nach Vorne. ‚ See These Bones ‚ ist der Beste Beweis dafür und ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Nada Surf. Mädchen Herzen werden höher schlagen, wenn sanft die Gitarren die ersten Takte anstimmen und sich im gemächlichen Mid-Tempo durch die Platte schlängeln. Die markante Stimme von Sänger Matthew Caws klingt auch diesmal wieder erfrischend jung und energievoll. Was schon mehr als beachtlich ist, immerhin ist der Mann schon über vierzig Jahre alt und im Vergleich der heutigen Bands, die scheinbar immer jünger werden, ein alter Hase. Das diese Tatsache keineswegs ein Nachteil sein muss, oder gar für nicht zeitgerechte Musik steht, wird eindrucksvoll widerlegt. Wobei Nada Surf keinem mehr etwas beweisen müssen, Sie spielen Ihren ganz eigenen Stil und diese Eigenschaft macht Sie auch so liebenswert. Die Dichte wurde diesmal fast schon drastisch nach oben geschraubt, es finden sich keine Lückenfüller mehr, alles bleibt im Rahmen und zaubert ein Gesamtpaket, das die Nada Surf- Welt wieder mit einem Wisch in Ordnung bringen kann.

7.1