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MOBY All Visible Objects

2020

Die Rezension zu MOBY und seinem Album ALL VISIBLE OBJECTS zeigt eine nostalgische Rückkehr zu seinen musikalischen Wurzeln, jedoch mit einem unangenehmen EDM-Gigantismus, der nicht immer überzeugt.

Moby’s Blütezeit endete in den 1990er Jahren. 1999 wurde sein Album „Play“, das amerikanische Wurzeln und Clubbeats zu einer Dinnerparty-freundlichen Tanzmusik kombinierte, in Großbritannien sechsmal mit Platin ausgezeichnet. Den Zeitgeist an beiden Enden eines Jahrzehnts festzuhalten ist keine leichte Aufgabe und mit 54 Jahren scheint Moby mehr darauf bedacht zu sein, über seinen Erfolg nachzudenken als ihn zu wiederholen. „All Visible Objects“ ist Moby’s 17. Album und fühlt sich sicherlich nicht nach musikalischer Relevanz an. Die erste Hälfte tanzt zwischen fieberhaftem House, benommener Electronica, Rave, Techno und Dub, die zweite Hälfte besteht aus Ambient- und leicht gedämpften Stücken, die aus Klavier und einem Synth-Aufwasch bestehen. Der übergeordnete Eindruck beider Modi ist Nostalgie, nicht zuletzt wegen der erhebenden, utopischen Eigenschaften der Tanzmusik. 

 

Während mangelnde Subtilität, von Led Zeppelin bis Skrillex, nicht unbedingt ein musikalisches Verbrechen ist, hat Moby’s aktueller Output einen unangenehmen EDM-Gigantismus, der einem Steroid ähnelt und wie eine Kreuzung aus Faithless und Martin Garrix aussieht. Es gibt Ausnahmen – die erste Single „Power is Taken“ ist ein überlauter, bedrohlicher Hard-House-Banger mit Gesang von Dead Peledy’s Schlagzeuger DH Peligro – aber meistens, ob begleitet von der Gospel-artigen Lungenkraft von Sänger Apollo Jane oder die grandiosen Trance-Synthesizer von „Forever“ – bleiben die Ergebnisse eher bombastisch als überzeugend. Moby’s letzte drei Alben sind alle in seiner Wut und Trauer über das, was sein Land – und die Welt – durchmacht, verankert. 

„All Visible Objects“ scheint der bewusste Versuch zu sein, sich davon zu entfernen und Neuland zu erkunden – in diesem Fall ein gigantisches, stadiongroßes und schallendes Update von dem, was er Ende der neunziger Jahre getan hat – aber es erweist sich als Fehltritt. Da er jedoch den gesamten Erlös des Albums an verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen spendet, können wir ihm nur ein bisschen Glück mit dieser Veröffentlichung wünschen.

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66
landschaft
2020
All Visible Objects
NO-0438-AG

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

gruppe
2010
Christmas in Harmony
NO-0434-CW
stilisiert
2019
The Competition
NO-0435-RB
gruppe
2010
Four Good Men And True
NO-0436-BE
gruppe
2010
Life’s A Soap (If You Want It)
NO-0437-PR
illustration
2013
Remember Our Name
NO-0439-SA
gruppe
2013
What The Brothers Sang
NO-0440-BE
abstrakt
2021
Voyage
NO-0441-RO
illustration
2006
Dear Independence
NO-0442-BE