Mike Wexler – Dispossession

‚ Dispossession ‚ ist definitiv ein Album, dessen Dringlichkeit uns bereits nach den ersten Sekunden fest mit der kriechenden Stimme umklammert. Und man sollte es mögen, denn Wexler’s zweite Platte kann abendfüllend sein. Die Atmosphäre gleicht einem mexikanischen Sommer, während der Songwriter aus Brooklyn im existentiellen Blues über das Sichtbare und Unsichtbare singt. ‚ Pariah ‚ wird von schmachtenden Gitarren geprägt, dem Schlagzeug und den psychedelischen Elementen gegen Ende des Songs, die kontinuierlich dem dunklen Ort näher rücken. Es ist der Spaziergang durch staubige karge Landschaften, die Kombination aus amerikanischen Folk, Jazz-Beats und Hörnern. ‚ Spectrum ‚ erinnert an Nick Drake: die beruhigenden Melodien, die Drum-Loops, die zarte Stimme und die improvisierte Instrumental-Musik sind schlicht und ergreifend sehr beeindruckend. Im weiteren Verlauf singt Wexler über kryptische Meditationen in den unerkennbaren Tiefen der Berge, des Meeres, der Flüsse im Stück ‚ The Trace ‚ und erläutert uns im Song ‚ Prime ‚, weshalb Primzahlen eigentlich ganz cool sind. ‚ Glyph ‚ ist ein sich langsam erhebendes Klangexperiment, ‚ Liminal ‚ ist hypnotisierend und weitläufig, es befindet sich dabei in der lyrischen Gegenwart und fast schon beunruhigend die Tatsache, wie sich die unterschwellige Tiefe in das allgegenwärtige Rückgrat zementiert. Es ist zugleich der finale Schlussakt einer tapferen Reise durch flüsternde Streicher-Arrangements, schamanistische Gesänge und mythische Erzählungen. ‚ Dispossession ‚ bedeutet übrigens Enteignung. Ein Wort, dessen Bedeutung sowohl in der spirituellen, wie auch der materiellen Welten besteht. Es beschreibt dabei nicht nur den Ritus des Exorzismus, oder die Geister-Austreibung, sondern auch den Zustand extremer ökonomischer Marginalisierung.