MIA – /\/\ /\ Y /\ (MAYA)

Was auf den ersten Blick wie altertümliche Hieroglyphen auf dem Cover aussieht, ist in Wirklichkeit nur der besondere Style von M.I.A. und bedeutet nichts anders als „Maya“. Und ‚ Maya ‚ wiederum ist das dritte Studioalbum der aus Sri-Lanka stammenden und nun in England wohnenden Mathangi Arulpragasam, die (und wer hätte es gedacht) selbst den Spitznamen „Maya“ trägt. Doch damit sollten die Zusammenhänge nun alle geklärt sein und man darf sich nun den Songs auf dem Album näher widmen. Diese wurden auf Ihrem eigenen Label N.E.E.T Recordings mit Hilfe von Blaqstarr, Diplo, Rusko und Switch aufgenommen. Den Anfang auf ‚ Maya ‚ macht ‚ Stepping ‚Up ‚, eine mitreißende und leicht bekloppte Nummer mit Absichtserklärungen, Schrotflinten, Kettensägen und einem stotternden Abgang mit den Worten, „“I light up like a genie/ And I blow up on this song”. Mit einer seltsamen Melancholie und romantisch verwaschenen Synthesizern, bekritzelt uns M.I.A. im nächsten Track ‚ XXXO ‚ und klingt dabei verhältnismäßig handzahm. Auch im späteren Verlauf sind Songs wie dieser, relativ schnell erkennbar – denn Sie alle tragen die deutliche Schrift von Rusko. Insgesamt war die Erwartungshaltung nach Ihrem überragenden Hit ‚ Paper Planes ‚ ein haltloser Stern am fernen Horizont. ‚ Lovalot ‚ und ‚ It Iz What It Iz ‚ sind klaustrophobische Parolen, wobei besonders letzteres sehr effektiv seine Arbeit verrichtet. Doch betrachtet man ‚ Maya ‚ aus der Panorama-Perspektive, sieht man zu viele überlange Tracks – aber auch die beeindruckende Liebe zum Detail. Hier findet sich noch der Anspruch auf die eigene Phantasie und auch M.I.A. bleibt eine kompromisslose Künstlerin mit atemberaubenden Einflüssen. Aber es sind auch Einflüsse, die man sich aus der Vergangenheit erdenken muss. Denn auf ‚ Maya ‚ wurde der globale Eintopf aus Bhangra, Baile Funk und Hip Hop mit der Umspannung aus Party Beats weitestgehend reduziert. Dafür zeigt M.I.A. auf unerwartete Zärtlichkeiten, wie in dem Reggae gefärbten Track ‚ It Takes A Muscle ‚, „Never thing got in me/ It’s gotten me deep/ It’s where it’s gonna stay, and never leave/ Someone come lay my worry/ Someone come feel my pain/ Someone come and put me on my feet again“. Am Ende bleibt die große Überraschung natürlich aus, doch das befriedigende Gefühl bleibt uns auch nach dem dritten Werk erhalten und das durch die Kühnheit, den Einfallsreichtum und die manchmal auftauchende Spannung in den neuen Tracks.

8.2