Meursault – Something For The Weakened

Im letzten Jahr um diese Zeit tourten die Schotten von Meursault gerade durch die deutschen Städte, OhFancy! präsentierte die Tournee und man erfreute sich an dieser aufsteigenden Band, deren standfestes Grundgerüst aus dem fließenden Songwriting und den angenehmen Lo-Fi Beats bestand. Ein muss für alle Anhänger der Fleet Foxes, Arcade Fire oder Thom Yorke. Nun ist also das dritte Album da und der Sound rund um Sänger Neil Pennycook hat sich verändert. Die Elektronik ist verschwunden, andere Instrumente, wie Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Banjo und Cello wurden stärker in die Strukturen verankert und bereits das Eröffnungsstück ‚ Thumb ‚ beinhaltet all diese tragenden Elemente und fügt diese zu einem großartigen und organischen Sound zusammen. “We will not be weakened any more”, singt hierzu Pennycook zu der klimperten Ukulele und den sanften Backbeats. Ein gelungener Auftakt, der mit dem zweiten Stück ‚ Flittin ‚ in ein glänzendes Leuchtfeuer gehüllt wird. Man erlebt das neu gewonnene Gefühl für Zeit und Raum. Meursault verwenden für Ihre aufbrausenden Arrangements einfache Mittel und setzen diese in eine saubere und expansive Klanglandschaft. ‚ Settling ‚ lässt dagegen einen subtilen Anfang nach vorne schreiten bis plötzlicht Pennycook mit hämischer Stimme brüllt: „“I told you all I have are punchlines so ha-fucking-ha.“ Dazu wälzen sich tonnenschwere Gitarren durch die Rhythmen und ehe man sich den eigenen Verstand zurückerobern kann, ist der Donnerschlag schon wieder vorübergezogen und wir sitzen zusammen mit ‚ Hole ‚ inmitten eines Regenschauers. Wir sind wir nur dort gelandet? Meursault bewältigen Ihre weitreichenden Landschaften mit äußerst dynamischen Verschiebungen und den unkomplizierten Zeilen wie, „It’s nice to see you smile”. Dadurch fließen die einzelnen Stücke wie warmer Sand durch unsere Finger, es ist ein wunderschönes Gefühl und ein phantastischer Anblick, wie leichtfüßig diese lyrischen Edelsteine unsere Herzen erobern. Es mag ein wenig nach Kitsch klingen, doch würde man mit diesem Denken in eine bedrohliche Falle laufen. So übersichtlich und simpel Ihre Texte und Arrangements auch sein mögen, man achtet dabei automatisch auf jedes kleine Detail, die feinen Mittelwege zwischen Freude und Trauer, Verlust und Gewinn, die versteckte majestätische Schönheit und die ätherische Hitze gegen Ende der Platte. Man kann daraus ein sehr intensives Erlebnis machen, wenn schmerzhafte Piano-Balladen dem Ganzen einen zusätzlichen Stempel aufdrücken und wenn so manch mürrische, langsam brennende Klänge die Gehörgänge verstopfen. Die Arbeit im Studio für ‚ Something For The Weakened ‚ war schlussendlich sehr profitabel – nicht nur für Meursault, sondern auch für Ihre zahlreichen Anhänger.