Meg Baird – Seasons On Earth

Kennen die meisten von uns die Sängerin Meg Baird durch Ihre Folk-Truppe Espers, zeigt uns diese nun auf Ihrem ersten Solo-Debüt ‚ Seasons on Earth ‚ keineswegs die bekannte zitternde Stimme, sondern einen außerordentlich klaren und bezaubernden Gesang. Das Album verwendet dabei nur Ihre Stimme und die Gitarre (oder manchmal auch das Hackbrett) und wir lernen dabei: Die Strophen in den Songs wurde nicht für das Publikum gemacht, sondern für Baird selbst. Die Lieder erklingen von einem Beichtstuhl, wie hören zu, hören Traditionen aus Folk und Country, sehen verträumte und herrenlose Landschaften, die keine Stolpersteine zulassen und sich dabei selbst durch eine abstrakte Lyrik winden. Das Eröffnungsstück ‚ Babylon ‚ spielt mit der süssen Leichtigkeit, hebt zugleich den Finger und deutet auf den wehmütigen Hauch der Nostalgie. Wenig später in ‚ Share ‚ „erleben wir die gleichen Elemente, wenngleich diese hier etwas bedeckt und abgenutzt wirken – aber nicht weniger melodisch. Das beste Beispiel Ihrer Kunst erklärt das Stück ‚ Stream ‚ mit seinen Tönen, Texturen und den Verschiebungen der grundlegenden Elemente. Der Song schwankt beständig, wirkt unentschlossen, zwischen leisen Finger-zupfenden Passagen und den großen Momenten. Ihre Aufnahmen fühlen sich so nah an, als würden im Wohnzimmer nur ein paar Meter von Ihr entfernt sitzen, währen Baird Ihre süssen Folk-Balladen uns in die Ohren flüstert. Kritik gibt es weil einige Lieder sich zu ähnlich anblicken, so dass der Übergang manchmal kaum wahrnehmbar erscheint. ‚ Seasons on Earth ‚ ist ein zwingendes Werk, denn trotz Ihrer Liebe zu Folk-Traditionen und einer klassischen Stimme, hält Baird die Songs ohne festen Zeitstempel in Ihren Händen. Die Produktion üppig und klar, macht sich schlussendlich die langjährige Erfahrung in der Gruppe endlich bezahlt. Vielleicht ist ‚ Seasons on Earth ‚ sogar eines der besten weiblichen Folk-Alben in diesem Jahr.