Mediengruppe Telekommander – Die Elite Der Nächstenliebe

Mit Mediengruppe Telekommander geht es zu Ende. Das sei die schlechte Nachricht. Sie sagen auf Wiedersehen. Einst begonnen im Modemland mit 12-Inch Vinylveröffentlichungen beenden sie ihre Karriere auf dem Tablet-PC. Das angenehme wie hochgradig-nervige an der Mediengruppe: Immer alle Karten auf den Tisch. Nun also endgültig Schluss mit lustig. Aus ‚ Kommada ‚ wird ‚ Billig ‚ und die ist zugleich erste Single aus dem abschließenden Album ‚ Die Elite der Nächstenliebe ‚. So sieht es aus und so hört es sich an: Abgedrehte Synthies übernehmen die Kontrolle, wabbernde Ausschweifungen stürzen sich über den Laptop als Beatgerüstmaschine, während Gerald Mandl und Florian Zwietnig nochmals in bester Beastie Boy Manier Ihre Mikrophone malträtieren. „Wir wollen alles kaputt kaufen/ und was wir wollen direkt wieder umtauschen“. Ein Hymne auf die heutige Konsumgesellschaft. Doch gehen wir nochmals zwei Schritte zurück und hören den Opener ‚ Auf der sicheren Seite ‚ mit nervösen Drumbeats, zirpenden Synthies und einer öffnenden Soundlandschaft gegen Ende des Songs. Herrlich freiläufig. ‚ Draufhalten ‚ taucht in die dunkle Seite der Macht hinab. Dumpfe Bässe und rotierende Sirenen kreieren hypnotische Zustände und da braucht es dann auch ein wenig mehr, um den geistigen Zustand des Hörers in die Gegenwart zu bringen. Doch Mediengruppe Telekommander wären nicht Electropunk, Indierock und Hip-Hop, mit oft gesellschaftskritischen Texten, wenn das Duo nicht wüsste, wie es seine Hörer auf dem schnellsten Weg in den grauen Alltag zurückbringen könnte. ‚ Wer bist du ‚ erfüllt die Kriterien und gehört neben ‚ Billig ‚ und dem folgenden ‚ Überzahl ‚ zu den Höhepunkten auf der Platte, welche übrigens als Vinyl schon seit Mitte August zu haben ist. Eine kleine Wolke Sympathie weht gerade an meinen Augen vorbei. Wer ohne Plattenspieler auskommen kann, der musste bis zu diesem Freitag warten. Gelohnt hat es sich trotzdem. Auch wenn gegen Ende der Schwung wie ein kalter Furz aus den Boxen entweicht und die Ideen einem spürbaren Ende entgegenblicken, bleibt der positive Gesamteindruck ungebrochen. Nicht zuletzt auch durch den nochmals aufdrehenden Schlussspurt, der brachial die letzten Rhythmen von Mediengruppe Telekommander nach Hause fährt. Und das war es dann auch. Ich sage Tschüss, Servus und Goodbye. Ende 2011 wird sich die Band auflösen.