Matthew E. White – Broken Mirror: A Selfie Reflection

BROKEN MIRROR: A SELFIE REFLECTION schafft eine interessante Dynamik und bringt den Komponisten und Arrangeur MATTHEW E. WHITE mit dem bildenden Künstler, Dichter und Musiker Lonnie Holley zusammen.

Lonnie Holley hat nach seiner Rückkehr zur Musik mit dem himmlischen Blues von „MITH“ eine Art Krönung erlebt, die sich nur mit seiner meist verschlafenen Jazz-Platte „National Freedom“ vergleichen lässt. Die neue Platte konfrontiert uns dagegen sofort mit einem körperlichen und viszeralen Gefühl von Funk, tief und böse, voller Gestank. Dies ist genau die Art von Musik, auf die Holley’s tiefes Knurren und die mäandrierende Trunkenheit der dionysischen Dichter zu deuten scheinen, wenn diese mit orakelhafter Vision toben und herumstreifen. Dieses Ordnungsgefühl, das Holley privilegiert, lässt den Post Punk-infizierten Dub und Funk gleichzeitig bedrohlich wirken und vor Hitze brodeln, ebenso wie es die vernünftige ästhetische Weiterentwicklung ist.

Der klangliche Hintergrund von Matthew E. White lässt sich dagegen von den tiefen Funk Rhythmen von Thundercat und Parliament beeinflussen und mit elektronischen Synths und Techno Beats ausrichten. Er bietet Holley interessante Räume, um diese mit tief kontemplativen, umwerfenden Themen (Quantenphysik) zu füllen. Der Triumph von „Broken Mirror: A Selfie Reflection“ erinnert vielleicht an die Arbeit „I’m New Here“ zwischen Gil Scott-Heron und Richard Russell und besteht darin, dass beide Künstler sich gegenseitig in neue und interessante Räume zu stoßen scheinen.

Mit anderen Worten, eine Mischung, die perfekt zu der Palette von Holley passt. Die Karriere von White, einschließlich der Unterstützung vieler bedeutender Persönlichkeiten in der unabhängigen Musikwelt, wurde allmählich immer akribischer und raffinierter, was die radikale Wildheit seines früheren Materials nur langsam zunichte machte. Unter diesem Deckmantel wird diese Platte zu einer Bestätigung für die Art von himmlisch gesinnter Weite, die White heraufbeschwören kann, wenn er nicht von gängigen Musikformaten eingepfercht wird. 

Die Unmittelbarkeit der Kompositionen von „Broken Mirror: A Selfie Reflection“ gipfelt in einer zeitlosen und zeitgemäßen Aufzeichnung. Die Zusammenarbeit zwischen Matthew E. White und Lonnie Holley ist eine natürliche – ein Fall des richtigen Ortes zur richtigen Zeit, der zur Schaffung der richtigen Songs führte.

7.8