Marques Toliver – Land Of CanAan

Auf seiner Debüt EP ‚ Butterflies Are Not Free ‚ aus dem Jahr 2011 fand sich eine interessante Mischung verschiedenster Stile wieder, umrandet durch R’n’B, Klassik und Pop, vereint durch die markante und einzigartige Stimme von Marques Toliver. Vielversprechend war die Idee, holprig die Umsetzung. Nun erschien am Freitag sein Debüt Album ‚ Land Of CanAan ‚ und leider muss man schreiben, dass es dabei größtenteils blieb. Die vielversprechende Ausrichtung erleben wir zwar direkt im eröffnenden Stück ‚ Sweet CaAnan ‚ mit aufgeregten Streicher-Arrangements und einem nervös-zuckenden Schlagzeug, doch bereits das merkwürdige Ende (eigentlich ist es ja auch gar keins) lässt den Hörer ein bisschen verwirrt aufblicken. ‚ If Only ‚ wirbelt einmal das herbstliche, in goldenen Tönen gehaltene Laub auf und nervt auf der anderen Seite mehrmals mit seinen überzogenen Falsett-Gesängen zwischen den ansonsten gut instrumentierten Soul-Pop-Melodien. Bis hierhin hätte man es nicht nachvollziehen können, weshalb Marques Toliver drei Jahre für sein Debüt in Anspruch nehmen musste. Erst mit ‚ Stay ‚ schickt uns der Mann aus Daytona, FL, in ein überwältigendes Gefühl aus mitreißender Emotionalität und Leidenschaft. ‚ Try Your Best ‚ scheitert am selbst erbauten Spannungsbogen, ‚ Repetition ‚ ist ein instrumentales Schaulaufen seiner Violine und ‚ Weatherman ‚ arbeitet mit euphorischen Trompeten in wundervoller Beschwingtheit. Auch wenn auf seinem Debüt zu jeder Zeit kaum etwas wirklich fest sitzen möchte – dieser Track rückt hier fast unbemerkt an die Vollkommenheit heran und hätte damit fast das erreichen können, was wir dann im Stück ‚ Control ‚ endlich selbst erleben dürfen. Klassischer Soul angereichert mit der stimmlichen Präsenz von Toliver bis an die Unterkante. Haltende Melodien und eine wundervolle Rhythmus-Sektion verleihen plötzlich nicht nur dem Stück, sondern der gesamten Platte ein zartes Gefühl der Unschuld. ‚ Control ‚ setzte die Markierung für ein eben vielversprechendes Debüt. Doch leider hackt es nach wie vor an zu vielen Stellen, so dass sich die vorhandene emotionale Wirkung in keinster Weise voll entfalten kann. „I take my own route,“ so die Worte von Marques Toliver und man darf sich eigentlich sicher sein, bei dem nächsten Album diese Mängel mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr ansprechen zu müssen.