Light Asylum – Light Asylum

Der Einsatz seiner Stimme lässt den plötzlichen Gedanken von Amateurismus in den Kopf steigen. Aber selbstverständlich hat Light Asylum damit nur sehr wenig gemeinsam. Denn äußerst rasant entwickelt sich im Eröffnungsstück ‚ Hour Fortress ‚ eine viszerale Energie, die neben einem hypnotisieren Sound auch durch aufschreiende Emotionen bricht. ‚ Pope Will Roll ‚ zerstört plötzlich diese aufkeimende Atmosphäre zugunsten aggressiver Gesänge und plumpen Synthies. Zumindest eines hat Light Asylum in vollem Umfang gestiftet: Verwirrung. Erratische Musik, elektronische Sounds und beeindruckende Komplexität folgen. ‚ IPC ‚ ist aufgeheizter Synth-Punk, während ‚ Heart Of Dust ‚ dem Hörer großkotzig die eigene gewichtige Präsenz vor die Füße knallt. Wesentlich gefühlvoller gestaltet sich ‚ Sins Of The Flesh ‚, das mit hallender Stimme, abgehackten Drumbeats und einer leicht psychedelischen Stimmung den nahenden Untergang verkündet. Und warum es mit dem Debüt etwas dauerte, zeigen so manche Stellen wie ‚ Angel Tongue ‚ besonders deutlich. Synthetische Glockenspiele verzaubern die erneute Hypnotisierung, bereichern diese sanft durch Ihre Anwesenheit und erzeugen mit scheinbarer Leichtigkeit eine atemberaubende Sinnlichkeit. ‚ Light Asylum ‚ gewährt dem Hörer allerdings auch verstörende Einblicke. ‚ At Will ‚ würgt sich durch knappe vier Minuten Spielzeit und in einer dunklen Nacht würde wohl eine zufällige Gegenüberstellung ein böses Ende nehmen. Ansonsten gibt es auf dem Debüt von Light Asylum nicht viel auszusetzen. Die Platte erfüllt alle Anforderungen einer modernen Produktion, bietet musikalisch von Synth-Punk über Electro-Industrial und Electro-Wave alles, vermischt diese zudem mit ansteckenden Sensibilitäten und bietet damit eine überzeugende Gesamtleistung – die durchaus ungeteilte Beachtung verdient.