Laura Marling – I Speak Because I Can

Die Karriere der 20jährigen Engländerin fand Ihren Anfang in Hampshire. Schon bald kannte man Laura Marling in der Londoner Folk Szene und ging später auch mit einer Reihe von bekannten Indie Künstlern aus dem Vereinigten Königreich auf Tournee. Ihr Sound ist charakteristisch für strikte Melodiebögen und poetische Texte. 2008 erschien auf Virgin Records Ihr Debüt ‚ Alas, I Cannot Swim ‚ und erhielt ausschließlich positive Kritiken. Oftmals verglich man die junge Britin mit Lilly Allen und doch lagen die Vergleiche meilenweit abseits der Realität. Es war eine Folk Pop Platte basierend auf Marling’s verführerischen und heiseren Stimme zu anmutigen Akustik-Gitarren. Und zu guter Letzt darf nach zwei Jahren der Pause endlich wieder geatmet werden: Laura Marling hat auf Ihrer zweiten Platte ‚ I Speak Because I Can ‚ nichts an Charme und Qualität verloren. Es besticht auch weiterhin das unbestreitbare Talent im Songwriting über junge Liebe mit unverblümter Direktheit und verbindlichen Gefühlen. Und so beginnen auch die ersten Takte zum Opener ‚ Devil’s Spoke ‚ in einer wunderschönen und rohen Atmosphäre in Kombination mit verwurzelten Gefühlen, die sich auch in ‚ Alpha Shallows ‚ entdecken lassen. ‚ Goodbye England ‚ ist ein Wiegenlied über die englische Landschaft, während ‚ What He Wrote ‚ die eindringliche Geschichte getrennter Liebenden erzählt. All das lässt es wahrlich schwer glaubhaft machen, hier einer Sängerin gegenüber zu stehen, die gerade mal 20 Jahre alt ist. Man spürt den Willen, ein Wille der allgegenwärtig erscheint und etwas anderes machen will. Eigenständigkeit und Persönlichkeit beschreiben das neue Werk ‚ I Speak Because I Can ‚ wohl am Deutlichsten. Darin finden sich dann grundlegende Realitäten über Liebe, Sex, Herzschmerz und Tod. Manchmal entgleisen die Stücke in einem Herzschlagfinale, oder verstecken sich in Allegorien was in Hinblick auf die lauten Melodien eine besonders eindrucksvolle Leistung darstellt. Auch angesichts der Ruhe auf Ihrem Debüt ‚ Alas, I Cannot Swim ‚. Sie klingt wie eine junge mürrische Romantikern und doch scheint es, als ob Marling ein hohes Maß an Selbstbewusstsein in die Stücke einfließen lässt, diese leicht melancholisch an den Ecken nach unten zupft und dabei niemals Ihre epischen Liebesromane aus den Händen legt. Laura Marling hat damit aber auch, um es vorsichtig auszudrücken, den Gipfel Ihrer Qualitäten erreicht. Nun bleibt es zu hoffen, dass die junge Britin diesen hohen Standard noch lange Jahre halten kann.