La Luz – Floating Features

„Floating Features“ fängt den Klang eines Traumes in den heißesten Ecken Amerikas ein. Die Instrumentierungen, die La Luz in ihren neuen Songs einsetzen, kann als ätherisch bezeichnet werden – als wäre sie zu hell für diese Welt. Für diese in Seattle ansässige Band ist das Album eine Reise von einem Traum zum nächsten und bringt die Klänge von Folk, Indie-Rock und Psychedelia in die Gleichung. Als Einstieg empfiehlt sich „California Finally“, ein Song der auf der Suche nach dem coolen, erfrischenden Surfer-Rock durch eine Wüste aus wuscheligen, Keyboard-getriebenen Psychedelia und Lo-Fi-Fuzz gleitet.

Für mich einer der befriedigendsten Momente des Albums. Lena Simon’s Bass schneidet auf „Cicada“ wie ein rumpelnder Donner unter Alice Sandahl’s druckvollen und pulsierenden Tasten. Der Flaum auf „Loose Teeth“ würde Ty Segall zum lächeln bringen und das akustische „Mean Dream“ bietet eine untypische Änderung im Tempo. La Luz erkennen die Kraft der Harmonie (besonders wenn es um die weibliche Stimme geht) und die Melodie, und tun es so, wie wir es gewohnt sind. Nämlich in bestechender Beharrlichkeit und hoher Qualität. Die Gitarristin und Songwriterin Shana Cleveland hat es verstanden, dass Surfmusik nicht albern oder leichtfertig sein muss, und ihre Texte über den schwebenden Arrangements sind intelligent und nachdenklich.

Dan Auerbach von den Black Keys produzierte das Album und während seine Mitwirkung angenehm unaufdringlich bleibt, bekommen La Luz zugleich einen ausgefeilteren und vollmundigeren Sound. So warm und schlicht dieses Album auch sein mag, es lockt uns in eine imaginäre Welt, die unserer eigenen letztlich nicht unähnlich erscheint. Bis auf ein paar Schwächen bleibt „Floating Features“ eine starke Platte, die unbedingt einmal gehört werden sollte.

7.7