Kingsize – Love, Lust And Other Disasters

Um einen Fuß in die große Indie-Welt zu bekommen benötigt man so einiges: Hartnäckigkeit, Ehrgeiz, Mut zum Risiko, den Glauben an sich selber und natürlich Hits, mindestens zwei zu Anfang, um überhaupt gehört zu werden. Nun stehen also die jungen Herrschaften von Kingsize vor diesen gewaltigen Eingangstoren, im Gepäck Ihre beiden Songs ‚ Boy ‚ und ‚ Girl ‚ und forderten wehement Einlass. Dran bleiben und nicht locker lassen, das war schon immer der dicke Pluspunkt von Kingsize, der schlussendlich auch belohnt wurde. Die goldbeschlagenen Tore öffneten sich für Kingsize und gewährten im Jahr 2007 endlich den langersehnten Einstieg in die britische Musikszene. Ein Traum wurde wahr und das Interesse an den vier Londonern nahm deutlich zu. Plötzlich waren Sie nicht mehr nur in Ihrer Heimat ein gern gesehener Gast, sondern auch im restlichen Europa. Die Doppel-A-Side-Single ‚ Boy/ Girl ‚ wurde ein umwerfender Erfolg und zusammen mit Weekender Records ging es kurz darauf an die Arbeiten zu ‚ Love, Lust And Other Disasters ‚. Kingsize stechen zwar auf den ersten Blick nicht wirklich von anderen Bands ab, erinnern zuweilen stark an die Arctic Monkeys, Libertines, Mando Diao oder an Carl Barât mit seinen Dirty Pretty Things. Die Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weißen und dennoch entwickelt sich auf ‚ Love, Lust And Other Disasters ‚ mit der Zeit ein unwiderstehlicher Charme, den man einfach nur ganz fest drücken will. Sie spielen mit dem rotzfrechen Image von Sänger Mike McCartney ohne dabei ins Absurde zu driften, lassen die Melodien immer zur rechten Zeit ausklingen und verleihen mit den interessanten Strukturwechseln zum erneuten Hören. Abwechslung ist dabei stets reichlich geboten. Dynamische Indiestampfer in ‚ The Daze ‚ und ‚ Rock´n´Roll Dreams ‚, wobei letzteres gegen Ende sogar noch einen perfekten Stimmungsanheizer in jedem Bierzelt abgeben würde – inklusive hohem Niveauanspruch, und ruhigere Nummern, die eine angeheizte Stimmung wieder sanft zu beruhigen wissen. Es wird alles geboten, die Spielfreude ist in jedem Stück allgegenwärtig und die Indierocklastigkeit ist weder zuviel noch zu wenig – sie ist wohl temperiert. Was bedeutet, das es durchaus an manchen Stellen heißer hätte zugehen dürfen. Aber für eine englische Band spielen Kingsize weit über dem landeseigenen Durchschnitt, unzählige Gitarrenschnörkel paaren sich mit willenlosen Melodieschnipseln und versprühen zusammen pures Vergnügen. Kingsize haben sich etabliert und damit Ihren Platz im Indie-Zirkus fürs Erste gesichert. Mit der Gesamtlänge von über vierzig Minuten wird so ein treuer Wegbegleiter sein, auf dem Weg zur Arbeit, in die Schule, oder auch für spezielle Wochenendabende.