Kings Of Convenience – Declaration Of Dependence

Sie kommen aus Norwegen, leben dort in der zweitgrößten Stadt Bergen und heißen Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe. Bekannt geworden sind die Kings Of Convenience durch Ihre zarten Melodien, der beruhigenden Stimme und dem komplizierten wie subtilen Spiel an der Gitarre. Das war 2001, mit dem internationalen Durchbruch drei Jahre später. ‚ Riot On An Empty Street ‚ war das empfindliche Gleichgewicht von Männern, die als „Good Guys“ von der weiblichen Seite erfasst wurden. Und sie schwelgen auch fünf Jahre später in Ihrer Weichheit, von den komplizierten Melodien ist nicht mehr viel übrig geblieben und der musikalische Rahmen beläuft sich auf akustischen Folk, der im Gegensatz zur letzten Platte die Anstrengungen deutlich zurück schraubte. Die stimmlichen Melodramen reduzieren sich auf ein Minimum und nur die wehmütige Volksmusik überzeugt auf ‚ Declaration Of Dependence ‚ mit einer faszinierenden Dynamik und hält sich in dieser Beziehung ganz an seinen Vorgänger. Gemütlich machen es sich die Kings Of Convenience in ‚ Boat Behind ‚, das durch den Einsatz von gepolsterten Geigen hervorragend mit dem zwei-stimmlichen Gesang harmonieren. Damit entschädigt das Duo aus Norwegen für einen enttäuschenden Start. Doch lange kann die Freude nicht anhalten. Sie versprachen uns nach der letzten Platte einen Stripped-Down für das neue Werk, machen es aber gleichzeitig unmöglich, denn Sie definieren auch fünf Jahre später Ihre klaren Linien von damals. Veränderungen gibt es kaum welche, es ist eine Neuauflage der Kings Of Convenience mit Stücken, die zwar niemanden nerven, aber auch nicht unbedingt gehört werden müssen. ‚ My Ship Isn’t Pretty ‚ verhält sich wie eine Wiese, die vor dem Hafen heimatlos herum dümpelt. Darüber erheben sich motivationslose Geschichten mit gläsernen Wänden. Das Album sollte als Bekenntnis zum öffnenden Raum und der Notwendigkeit, in den Songs durch Akzente Individualität und Wiedererkennungswert zu schaffen, gelten. Ja der Wiedererkennungswert ist unumstritten, aber zu welchem Preis? Ein bisschen mehr Veränderungen hätte niemandem geschadet. So leidet natürlich in erster Linie die Vielfalt darunter und man hat des Öfteren das flaue Gefühl im Magen, die historische Reminiszenz erfährt soeben einen neuen Aufwind. Doch vielleicht betreiben die Kings Of Convenience nur eine Introspektion, betrachten, beschreiben und analysieren die eigenen Erlebnisse und Verhaltensweisen durch nach innen gerichtete Beobachtung. So etwas soll es geben und Dank Wikipedia verstehen wir nun endlich den tieferen Sinn hinter diesen dreizehn Songs. Sie wollen sich nicht neu erfinden, sondern vielmehr durch eine nach innen gerichtete Beobachtung sich selbst ergründen. In diesem speziellen Fall der Selbstwahrnehmung darf man dem Duo natürlich nur das Beste wünschen und hoffen, sie werden Ihre Suche am Ende erfolgreich abschließen können.