Kate Wax – Dust Collision

Kate Wax hat doch etwas magisches an sich. Die halb-tibetische Künstlerin und Produzentin, geboren in der Schweiz, namens Aisha Devi Enz veröffentlicht mit ‚ Dust Collision ‚ ein Album mit zweierlei Bedeutungen. Zum einen ist die Platte schlicht und ergreifend eine seltene Kreatur. Erschienen über Border Community, besticht es durch Nathan Fake’s ‚ Drowning in a Sea of Love ‚ und ‚ Hard Islands ‚, Fairmont’s ‚ Coloured in Memory ‚ und Luke Abbott’s ‚ Holkham Drones ‚. Zum anderen ist es auch der erste Release eines Labels, dessen Schwerpunkte eigentlich im Gesang liegen. Begonnen bei dem unerbittlichen und schwer lackierten Elektro, hin zu dem schärfsten, eisigsten Industrial-Pop mit seinen schweren Bässen, der wappernden Elektronik und dem treibenden Piano. Stets bewundernswert anpassungsfähig: Der Gesang von Aisha Devi Enz. Der Albumtitel bezieht sich auf die derzeitigen Versuche am Large Hadron Collider (ringförmiger Teilchenbeschleuniger mit 26,7 km Umfang) in der Nähe von Genf, wo ihr Großvater einst arbeitete, und in ‚ Dust Collision ‚ Geschichten von Hexen, Dämonen, Träumen und Gespenstern erzählt. Das Eröffnungsstück ‚ I Knit You ‚ verführt den Hörer mit einer reichen Synthesizer-Progression. Und diese wächst und wächst über geschichtete Vocals und erzeugt am Ende einen ominösen und verträumten Klangteppich. Die Stimme von Was zieht dabei starke Parallelen zu Bjork und Karin Dreijer Andersson von The Knife. ‚ Archetype ‚ bereitet uns auf den Abstieg in eine herzzerreißende post-Pop-Ballade vor, nur um dieser dann plötzlich den Rücken zu kehren und den Schmutz von den Tanzflächen zu pusten. ‚ Archetype ‚ verebbt dabei mit ihrem schönen Gesang, während ‚ Maze Rider (Live From the Cave) ‚ die erste reizvolle Kombination aus den fusselnden Verzerrungen und der rauchige Stimme ist. Der Titelsong ‚ Dust Collision ‚ ist ein Tanzflächen-orientierter Track mit Arpeggio-Synths und einem erhabenden Refrain. Aes in allem ist das Album eine wunderschöne komponierte und anmutige Kreuzung der Genres – ohne dabei jemals gezwungen oder falsch zu klingen.