Kano – Hoodies All Summer

„Every day get new drama, something’s gone down“, verzweifelt Kano in seinem neuen Album „Hoodies All Summer“. Seine Stimme ist müde von der Sorge, dass sich der Status Quo niemals ändern könnte. Der East Ham MC, der seit 15 Jahren ein Kult-Grime-Held ist und sich 2004 mit der Debütsingle „P’s & Q’s“ im Underground etablierte, nimmt auf diesem sechsten Album seinen Status als gealterter Mann an und schneidet eine fürsorgliche große Bruderfigur über gefühlvolle Melodien. “Any beef can be squashed if hands can be shaken, any hand can be shaken when the blood dries – I guess that’s not a thug line,” rapt der 34-Jährige zum Klavier auf „Trouble“ und legt den Entwurf für ein Album vor, dass Verständnis für die Kräfte zeigt, die junge Männer zur Gewalt treiben, bittet sie jedoch, einen anderen Weg zu finden. “Another funeral, another rest-in-peace, another judge gives out 20, welcome to my city,” schreit er auf „Good Youtes Walk Amongst Evil“, während düstere Synthesizer im Hintergrund widerhallen.

Es lässt sich auch an den ersten Takten des grandiosen Openers „Free Years Later“ erkennen, in dem Kano über gedämpfte Streicher und eisige Vokal-Chops auf den wilden Ritt von „Made In The Manor“ zurückblickt: “Glass half empty, waking from dreams chasing my fears / I ain’t never cried so much tears in all these years.” Selbst in seiner Siegesrunde lauert an jeder Ecke eine schmerzhafte Realität. Auf diesem Album gibt es nichts besonders radiofreundliches oder leicht passives zu konsumieren. „Hoodies All Summer“ ist konfrontativ: ES möchte, dass wir die britische Politik auf das hartnäckige Durcheinander untersuchen. Sogar die Tracks, die die Charts in die Höhe schnellen lassen, wie „Can’t Hold We Down“ mit Popcaan, fühlen sich fast zufällig eingängig an. Es ist eine lose Fortsetzung von „T-Shirt Weather in the Manor“, einem freudigen Piano- und Pop-Gesuch, das als Spätsommerhymne auf den Punkt kommen wird, aber das Gesamtgefühl der Platte überhaupt nicht beeinträchtigt.

„Hoodies All Summer“ möchte, dass wir wütend sind, denn wenn sich etwas ändern soll, müssen wir es alle sein.